:

Aus Bayern an die Lieps

Bernd Wirtz macht es riesigen Spaß, neben seinem Job in der Fleischindustrie im eigenen Stall zu stehen.
Bernd Wirtz macht es riesigen Spaß, neben seinem Job in der Fleischindustrie im eigenen Stall zu stehen.
André Gross

In Zippelow und Prillwitz sind "Einwanderer" heimisch geworden, die neben der Rinderzucht gastronomische Ambitionen haben. Eine von vielen spannenden Fragen ist, wie viel Bayern auf den Tisch die Region verträgt.

Aus Bayern ist Familie Wirtz ins Strelitzer Land eingewandert und hat sich am Südufer der Lieps einiges vorgenommen. Unter anderem, den Ausflüglern am touristisch reizvollen Tollense-Rad­rundweg eine Möglichkeit der Einkehr zu schaffen: In den nächsten Jahren sollen in ­Zippelow ein Hofladen und in Prillwitz in der alten Schule ein Grilllokal mit Biergarten entstehen.
Vor vier Jahren haben Bernd, Felix und Martina Wirtz die ehemalige Jungrinderanlage in Prillwitz vom Bund gekauft und betreiben hier nun Fleischrinderzucht mit der Rasse Limousin. Auf der jüngsten Agrarmesse MeLa in Mühlengeez konnten ihre Tiere mehrere Preise ­abräumen. Und nun sollen weitere Träume reifen. Im nächsten Jahr will Junior Felix in Zippelow Fleisch und Wurst aus eigener Produktion verkaufen.
„Die Leute sehen, wie die Tiere gehalten werden und dass sie sich hier wohl fühlen. Wir können ihnen immer Vater und Mutter der Roulade zeigen.“ Auch das eine oder andere Stück Wild soll im ­Laden landen, ­schließlich gehe der Filius zur Jagd. Und hinzu komme vielleicht Schweinefleisch aus Freilandhaltung aus dem Neustrelitzer Agrarbetrieb von Karsten Dudziak kommen.
„Mein Sohn ist der Chef, und ich habe das letzte Wort“, beschreibt der gebürtige Saarländer Bernd Wirtz das Geschäftsmodell des Familienbetriebs. Der 56-jährige Vater ist hauptberuflich weltweit in der Fleisch­branche unterwegs, der Junior gelernter Fleischer. Beide haben eine Zusatzausbildung zum Landwirt absolviert. Mutter Martina Wirtz besorgt das Büro. Und da sie sich als Ur-Bayerin mit Biergärten sozusagen von Hause aus auskennt, wird sie später in Prillwitz das Regiment führen. Ob es da auch Weißwürste und Leberkäs’ geben wird? Da wollen die Zuwanderer erst mal sehen, "wie viel Bayern die Region verträgt".