GEGEN STRAßENBAU

Ausbau-Kritiker hängen an der B 96 Banner auf

Die So-nicht-Initiative macht auf den nach ihrer Meinung unverhältnismäßigen Ausbau der B 96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz aufmerksam.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Die Mitstreiter vom Aktionsbündnis haben am Freitag das erste Banner am Zaun der Familie Romanowsky angebracht.  
Die Mitstreiter vom Aktionsbündnis haben am Freitag das erste Banner am Zaun der Familie Romanowsky angebracht. Tobias Lemke
Weisdin.

Eine Umgehungsstraße für Weisdin sei ja schön und gut. „Das wünschen wir uns grundsätzlich auch, allerdings nicht in der Form, wie sie jetzt geplant ist“, sagt Grit Romanowsky aus Weisdin. Werden beim Ausbau der B 96 die derzeit bekannten Pläne umgesetzt, so würde das Straßenbauprojekt ein einziger Schildbürgersteich werden, pflichtet ihre Mutter Christel Romanowsky bei.

Plakate in Weisdin und Usadel

Daher findet es die Familie auch gut, dass seit Freitag ein Protestbanner mit dem Slogan „B96-Ausbau – so nicht!“ an ihrem Zaun direkt neben der viel befahrenen Bundesstraße hängt. Weitere Plakate befestigte das Aktionsbündnis „B 96-Ausbau: So nicht!“ noch an anderen Stellen in Weisdin und Usadel. „Wir wollen damit stärker sichtbar werden und zeigen, dass es uns gibt“, erklärte Falk Jagszent von Bündnis 90/Die Grünen, die Mitglied der Initiative sind.

Das Aktionsbündnis, dem unter anderen auch die Gemeinde Blumenholz angehört, hat eine ganze Reihe von Kritikpunkten hinsichtlich der B 96-Pläne. Bemängelt wird vor allem die Verhältnismäßigkeit. 60 Prozent der Trasse zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg sollen laut Jagszent neu, also parallel zur bestehenden Strecke, gebaut werden.

Gemeinden sollen die alte Straße bekommen

Die alte Straße werde an die Gemeinden abgegeben, die mit der Unterhaltung völlig überfordert wären, befürchtet der Blumenholzer Bürgermeister Gerd Schock. Seine Gemeinde hat sich daher auch dem So-nicht-Bündnis angeschlossen. Zudem weist Schock noch auf das Problem der wenigen Anschlussstellen hin. Für Familie Romanowsky würden die aktuellen B96-Pläne nämlich bedeuten, dass sie für ihre Fahrt nach Neustrelitz künftig erst mal einige Kilometer in die falsche Richtung unterwegs sind, weil Weisdin keinen südlichen Anschlusspunkt erhält. Klaus Erlebach aus Krickow machte außerdem darauf aufmerksam, dass die B96 näher an sein Dorf rücken soll und damit die Lärmbelästigung zunimmt.

Bis auf ein Gespräch bei der IHK habe zwischen den Ausbau-Kritikern und den Straßenplanern noch kein Austausch stattgefunden. Die Mitstreiter des Aktionsbündnisses treffen sich Mitte des Monats wieder. Dann werde es unter anderem um diesen Punkt gehen, so Jagszent. Noch habe man Einflussmöglichkeiten.

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t.lemke@nordkurier.de

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