MÜRITZ-NATIONALPARK

Ausgebüxtes Rind Bully ist wieder zuhause

Kurz vor Ablauf eines Behörden-Ultimatums konnte das Hochlandrind, das als Gefahr für die Bahn-Strecke Berlin-Rostock galt, doch noch gefangen werden. Seine Zukunft ist aber weiter ungewiss.
Hochlandrind Bully war im Müritz-Nationalpark bei Kratzeburg vor einigen Wochen ausgebüxt und ist wieder zu Hause.
Hochlandrind Bully war im Müritz-Nationalpark bei Kratzeburg vor einigen Wochen ausgebüxt und ist wieder zu Hause. Robin Peters
Kratzeburg.

Das war knapp: Nur wenige Tage vor dem angekündigten Eingreifen der Behörden ist es tatsächlich gelungen, das Hochlandrind Bully in der Nähe von Kratzeburg einzufangen. Noch muss sich das Tier zu Hause auf einer Weide in Pieverstorf von der anstrengenden Hatz erholen – denn Bully zitterte am Samstagnachmittag am ganzen Körper.

Sein Gehege wurde an diesem Tag nochmal verstärkt und mit Draht unter Strom umzäunt. Denn ganz offensichtlich versucht das Tier, die Metallstäbe mit seinen großen Hörnern von sich zu stoßen. Damit haben sich die Befürchtungen aller Beteiligten wohl bewahrheitet: Bully ist in der langen Zeit alleine im Wald stark verwildert.

Tierarzt schießt Betäubungspfeil

Vor der Rettungsaktion wurde Bully laut Anwalt Fred Fiedler, dem rechtlichen Vertreter des Halters, über viele Tage am Waldrand angefüttert. Zunächst erwägten alle Beteiligten sogar, die Aktion wieder abzublasen, weil er sich rasch von dem Platz entfernte. Zum Wochenende tauchte das Hochlandrind dann aber doch an der gewünschten Stelle auf, sodass der Tierarzt ihn aus dem Hochstand mit einem Betäubungspfeil treffen konnte. Wie bei einem vorherigen Versuch rannte Bully daraufhin erneut in den Wald. Dieses Mal konnte das Tier aber gefunden und zum Transport auf eine Gummimatte gehievt werden.

Trotz der Rückkehr bleibt Bullys Zukunft weiter ungewiss: Denn so wild darf das Tier dem Anwalt Fred Fiedler zufolge nicht wieder auf die Weide. Das Leben in einem engen Gatter hält auch keiner nicht für eine optimale Lösung. So ist es wahrscheinlich, dass Bully schon bald geschlachtet wird. Das Tier gleich zu erschießen wäre aus Fiedlers Sicht eine für Bully stressfreie Lösung ohne Qualen gewesen. Bei der Flucht hat sich Bully schließlich zahlreiche Blutergüsse und Schrammen zugezogen. „Aber wir waren gezwungen, es gegen unsere Überzeugung so zu machen”, sagt Fiedler.

Kleine Chance zum Weiterleben bleibt

Denn eine Abschussgenehmigung wurde dem Halter vom Veterinäramt bis zuletzt verweigert. Weil Bully der Bahn-Strecke Berlin-Rostock in den letzten Tagen aber gefährlich nahe kam, forderte das Ordnungsamt eine schnelle Lösung bis zum Sonntag. Andernfalls drohte eine sogenannte Ersatzvornahme, die nicht näher erläutert wurde.

Eine kleine Chance bleibt Bully nun vielleicht aber doch noch: Denn laut Vorschrift muss Bully noch fast einen Monat ausharren, bevor er geschlachtet werden darf. Innerhalb dieser Zeit könnte sich der Ochse weiter beruhigen. Hundertprozentig lässt sich das Fiedler zufolge nicht ausschließen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Kratzeburg

Kommende Events in Kratzeburg (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (1)

Wieso tragen die bunten "Demokraten" eigentlich alle schwarze Kapuzenjacken?