BESCHLUSS

Awo schließt Woldegker Wohnheim für Menschen mit Behinderung

Neun Menschen, die bislang in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt Mecklenburg-Strelitz untergekommen sind, müssen sich ein anderes Zuhause suchen. Die bisherige Unterkunft macht Ende Juni dicht.
Das Wohnheim der Awo für Menschen mit Behinderung in Woldegk wird Ende Juni geschlossen. Die Bewohner sollen umziehen, möglicherweise müssen sie auch den Arbeitsplatz wechseln.
Das Wohnheim der Awo für Menschen mit Behinderung in Woldegk wird Ende Juni geschlossen. Die Bewohner sollen umziehen, möglicherweise müssen sie auch den Arbeitsplatz wechseln. Marlies Steffen
Woldegk.

Die Tage im Wohnheim der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für behinderte Menschen in Woldegk sind gezählt. Die Bewohner müssen ausziehen, wohin, ist derzeit unklar. Möglicherweise müssen sie sogar ihren Arbeitsplatz wechseln. Am 30. Juni werden auf jeden Fall in der Einrichtung in der Woldegker Fritz-Reuter-Straße die Schotten dichtgemacht. Martin Maciejewski, Geschäftsführer der Awo Mecklenburg-Strelitz, bestätigt die Schließung auf Nordkurier-Nachfrage. Der Beschluss sei Ende Januar/Anfang Februar gefallen.

Die Heimbewohner haben indessen offenbar erst vor wenigen Tagen davon erfahren, dass sie umziehen müssen. Maciejewski begründete dies mit zwischenzeitlich noch „einzuleitenden Schritten“. Welche das waren, sagte er nicht.

Das 1987 errichtete Zweifamilienhaus in der Fritz-Reuter-Straße wurde 1991 für die derzeitige Nutzung saniert und umgebaut. Geschäftsführer Maciejewski machte für die Schließung unter anderem wirtschaftliche Gründe geltend. Zudem gebe es zwischenzeitlich andere Rahmenbedingungen als zur Inbetriebnahme des Wohnheims. Auch die Barrierefreiheit und der damit im Zusammenhang stehende bauliche Aufwand sei ein Problem.

Unklar ist, was aus der Immobilie wird

In dem Haus haben neun Bewohner ein Dach über dem Kopf gefunden. Sie arbeiten Nordkurier-Informationen zufolge bei den Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten Pasewalk (GWW) entweder am Standort in Pasewalk oder in der Außenstelle Woldegk. Wo sie künftig zu Hause sind, das ist allerdings nicht Sache der Awo, bestätigte Martin Maciejewski. Für die Wahl der Unterbringung sei der jeweilige gesetzliche Betreuer der Bewohner zuständig. Die Awo habe allen Betreuern ihre Unterstützung angeboten und versuche auch selbst, Angebote zu organisieren.

Wie aus dem Umfeld der Heimbewohner zu erfahren war, hat die Nachricht vom Schließen des Wohnheims bei den Betroffenen ziemliche Verwirrung und Tränen ausgelöst. Mit einem Wohnortwechsel könnte es allein nicht getan sein, möglicherweise arbeiten die neun Betroffenen künftig auch woanders. Wer etwa in Neubrandenburg eine Unterkunft bekomme, würde auch dort beschäftigt, erfuhr der Nordkurier. Was aus der Immobilie wird, liegt ebenfalls nicht in der Hand der Arbeiterwohlfahrt. Sie ist nicht Eigentümer des Gebäudes. „Es gibt keine Pläne für eine Anschlussbewirtschaftung.“ Den Mitarbeitern der Einrichtung konnte ein Verbleib im Unternehmen „in Aussicht gestellt werden“, wie Martin Maciejewski sagte.

Die ebenfalls von der Awo betriebene Einrichtung in Petersdorf sei von der Schließung nicht betroffen, hieß es. In der Nähe des Woldegker Wohnheims befinden sich noch vergleichbare Einrichtungen für Menschen mit Behinderung unter anderem in Burg Stargard, Friedland, Mildenitz, Neubrandenburg und in Pasewalk.

Wenig Freizeitangebote?

Aus dem Umfeld der Einrichtung bekam der Nordkurier zudem einen Hinweis über bislang vergleichsweise wenig Freizeitangebote für die Heimbewohner in der Woldegker Einrichtung. Sie seien beispielsweise bei Ausflügen kaum über die Stadtgrenzen hinausgekommen. Awo-Geschäftsführer Martin Maciejewski weist das allerdings zurück. „Den Bewohnern des Wohnheims wird durch unser äußerst erfahrenes Team eine breite Auswahl an hausinternen, regionalen und überregionalen Freizeitmaßnahmen angeboten“, sagte er.

Die Heimaufsicht des Landkreises hat in einem auch auf der Internetseite des Landkreises nachzulesenden Bericht aus dem Jahr 2017 bei einer Visite in der Woldegker Einrichtung keinen Grund zur Beanstandung gefunden. In der Einrichtung soll es auch Personalprobleme geben. Auch das bestätigte Geschäftsführer Maciejewski nicht.

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