GERICHTSPROZESS

Suche nach Axtmann aus Neustrelitz beendet

Das Gericht hatte die Hauptverhandlung gegen den 39-Jährigen abgesagt, weil er nicht auffindbar war. Doch er ist wohl doch nicht einfach verschwunden.
Bianka Lenz Bianka Lenz
Die kurze Suche nach dem Axtmann ist wohl schon beendet. Er war gar nicht verschwunden, sondern einfach nur umgezogen.
Die kurze Suche nach dem Axtmann ist wohl schon beendet. Er war gar nicht verschwunden, sondern einfach nur umgezogen. Bianka Lenz
Neustrelitz.

In den Fall des vermeintlich verschwundenen Axtmanns, der vom Amtsgericht Waren nicht zu seiner Hauptverhandlung geladen werden konnte, kommt Licht. Der 39-Jährige hält sich nach aktuellen Nordkurier-Informationen offenbar nicht bewusst im Verborgenen auf, sondern ist einfach nur innerhalb von Neustrelitz umgezogen. Das bestätigte jetzt die Polizeiinspektion Neubrandenburg auf Nordkurier-Nachfrage. Das Gericht hatte die Vorladung offenbar an seine alte Adresse geschickt, wo sie natürlich nicht zugestellt werden konnte. Nun kommt wohl wieder Bewegung in den Prozess. „Der Fall wird neu aufgerollt”, sagte Amtsgerichtsdirektorin Heike Paulmann am Dienstag.

Frauen fühlten sich bedroht

Der Neustrelitzer hatte an einem späten Nachmittag im Mai 2018 die Nordkurier-Redaktion in Neustrelitz betreten, in der sich zu diesem Zeitpunkt nur zwei Journalistinnen aufhielten. Die Frauen fühlten sich durch sein aggressives Verhalten bedroht, riefen die Polizei und flüchteten aus dem Gebäude. Vor dem Haus eskalierte die Situation. Der Mann zog sich auf einem Parkplatz am Markt vollständig aus, beleidigte die sehr schnell eingetroffenen Polizisten, versuchte, auf den Marktplatz zu rennen und widersetzte sich. Ein Polizist wurde dabei verletzt.

Erst mit herbeigerufener Verstärkung gelang es, ihn zu verhaften und in Handschellen ins Polizeirevier zu bringen. Noch am selben Abend wurde er in die Psychiatrie eingewiesen. Die Hauptverhandlung gegen ihn war für den 28. Februar angesetzt und kurzfristig abgesagt worden mit der Begründung, der Angeklagte könne nicht geladen werden.

Mit Axt über Markt gejagt

Im Juni 2016 hatte der Residenzstädter zum ersten Mal für Schlagzeilen gesorgt. Damals soll er mit einer Axt einen Mann über den Markt gejagt und gedroht haben, ihm den Schädel zu spalten. In einem vorausgegangenen Streit beider Männer soll es nach Norkurier-Informationen um den Hund des Angeklagten gegangen sein.

zur Homepage