BAUVORHABEN

Badeanstalt in Feldberg wird wohl teurer als gedacht

Die Finanzierung ist mittlerweile zwei Jahre alt. Bauen ist seitdem teurer geworden. Mehr Geld möchte die Gemeinde deshalb aber nicht ausgeben.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Auf dem Fundament der ehemaligen Badeanstalt in Feldberg soll eine neue gebaut werden (Archivbild).
Auf dem Fundament der ehemaligen Badeanstalt in Feldberg soll eine neue gebaut werden (Archivbild). Susanne Böhm/Archiv
Feldberg.

In der Feldberger Seenlandschaft kann endlich der Neubau der Badeanstalt auf dem Amtswerder vorangetrieben werden. Die Baugenehmigung liegt schon länger vor. Auch eine Fördermittelzusage des Landes existiert. Dennoch waren der Gemeinde bislang die Hände gebunden. Denn der Haushalt war nicht genehmigt. Und ohne einen genehmigten Haushalt darf eine Kommune nur Geld für die sogenannten Pflichtaufgaben ausgeben. Investitionen gehören nicht dazu. Seit wenigen Tagen nun ist der Etat durch den Landkreis abgesegnet. Das bedeutet grünes Licht für die Ausschreibung des Neubaus Badeanstalt.

Die Gewissheit, dass die Gemeinde jetzt hinsichtlich ihrer Investitionen handeln kann, ist aber nur die halbe Miete. Es herrscht derzeit Ungewissheit darüber, ob die Finanzierung für den Anstaltsneubau noch zu halten ist. „Die errechneten Kosten stammen aus dem Jahr 2016. Inzwischen sind die Baupreise kräftig gestiegen”, verdeutlicht Bauamtsleiterin Katrin Zemlin. Was genau an Kosten anfallen wird, weiß man aber im Rathaus erst nach der Ausschreibung für die einzelnen Baulose.

Fördermittelzusage liegt vor

Die Ausschreibung soll in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht werden. „Bisher können wir nur vermuten, dass das Geld nicht reichen wird, so Katrin Zemlin. Die Gemeinde hat indessen offenbar nicht vor, den eigenen Kostenanteil, der sich auf rund 60.000 Euro beläuft, zu erhöhen. Es gibt eine Fördermittelzusage des Landes. Von den bislang prognostizierten Kosten von 556.000 Euro würden 383.000 Euro gefördert. Notfalls müsse beim Land erneut ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden. Die Gemeinde erhofft sich auch vom Landkreis Mittel, diese sind aber noch nicht bewilligt, erklärte Zemlin.

Probleme, dass die Fördermittel nicht mehr rechtzeitig eingesetzt werden können, sieht sie momentan nicht. Die Landesgelder müssten bis zum März 2020 abgerechnet werden. Im Rathaus geht man davon aus, dass bis dahin die Badeanstalt fertig ist. Der Rohbau könnte bis zum kommenden Sommer stehen, sodass dann auch der Strand am Amtswerder genutzt werden kann.

Seit vielen Jahren diskutiert

Der Neubau einer Badeanstalt ist in Feldberg bereits seit vielen Jahren ein Thema. Diskutiert wurden mehrere Modellvarianten und ein Betreibermodell. Am Ende favorisierte die Gemeinde ein abgespecktes Konzept in eigener Trägerschaft, das den Sportverein einbezieht. Bislang hat die Gemeinde rund 38.000 Euro vor allem für planerische Leistungen investiert.

Jährlich werde die Badeanstalt Betriebskosten von rund 26.500 Euro für die Gemeinde verursachen, hatte Bürgermeisterin Constance Lindheimer im vergangenen Jahr während einer Sitzung der Gemeindevertretung angegeben. Die Höhe der Personalkosten gab sie damals mit rund 3800 Euro an. Einnahmen würden in Höhe von rund 25.100 Euro erwartet, hieß es.

„Feldberg ist staatlich anerkannt als Erholungsort und Kneipp-Kurort. Neben einer intakten Natur und frischer Luft bietet sich gesundheitsbewussten Gästen unter anderem ein Barfußpfad und Gräserlabyrinth, Nordic-Walking-Routen sowie ein Nature-Fitness-Park“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.. In Mecklenburg-Vorpommern haben bislang 65 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten, davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 24 als Seebad und 26 als Erholungsort prädikatisiert.

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