Abgeräumt

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Bäume am Schlosskeller von Neustrelitz gefällt

Die ersten Bäume sind bereits gefallen. Die Gehölze müssen weg, da sie das Mauerwerk der Kellerräume angreifen.
Die ersten Bäume sind bereits gefallen. Die Gehölze müssen weg, da sie das Mauerwerk der Kellerräume angreifen.
Alexander Block

Die Baumfällarbeiten sind noch nicht der Auftakt zur geplanten Verfüllung des Kellers. Zu diesem Thema sind Treffen zwischen Stadt und Land geplant.

Mit schwerem Gerät sind am Dienstag Mitarbeiter der Firma Kajo‘s Baumfällungen und Gartenarbeiten aus dem bayerischen Forchheim auf dem Gelände des Neustrelitzer Schlosskellers angerückt, um das Areal von Bäumen und Sträuchern zu befreien. Die Arbeiten waren lange durch den vom Schweriner Finanzministerium beauftragten landeseigenenen Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL-mv) geplant, sind aber unabhängig von der Verfüllung des Kellers zu sehen, erklärte ein Ministeriumssprecher bereits am Freitag. Die Fällungen müssen wegen des Artenschutzes bis Ende Februar abgeschlossen sein, um zu verhindern, dass sich dort Vögel zum Nisten niederlassen. Die Birken und Sträucher müssen weg, da sich das Wurzelwerk bis ins Gemäuer ausbreitet und den Beton sprengen kann.

1,2 Millionen Euro für Verfüllung eingeplant

Das Land als Eigentümer von Schlossberg und – garten möchte den Keller nach rund 70 Jahren beräumen und mit einem speziellen Sand verfüllen, der bei einer eventuellen Wiedernutzung angeblich einfach entfernt werden könne. Für die Verfüllung wurden rund 1,2 Millionen Euro eingeplant. Das Land hat vor, das Areal als neue Grünanlage zu gestalten. Ein Wiederaufbau des Residenzschlosses ist derzeit nicht geplant.

Wie es in Zukunft mit den Kellerräumen weitergeht, ist derzeit noch unklar, denn gegen die Verfüllung regt sich heftiger Widerstand von Vereinen und der Stadt Neustrelitz. „Zwar sind die Fällungen richtig und tragen zum Erhalt der Keller bei, aber eine Sandverfüllung passt nicht zur Sanierung des Areals“, erklärt Jürgen Haase, Vorsitzender des Residenzschlossvereines, der sich für den Wiederaufbau des Schlosses einsetzt. Der Verein wünscht sich, dass die Kellerräume denkmalgerecht saniert und für jeden frei zugänglich gemacht werden.

Minister hat eingeladen

Auch Bürgermeister Andreas Grund und die Stadtvertreter hatten sich zuletzt gegen eine Verfüllung ausgesprochen. Nach hitzigen Debatten in den vergangenen Wochen, bei denen sich die Fronten weiter verhärteten, kommt nun aber doch noch einmal Bewegung in den Fall. Wie es am Dienstag aus dem Finanzministerium hieß, habe Minister Mathias Brodkorb (SPD) Bürgermeister Andreas Grund und die Fraktionsvorsitzenden der Neustrelitzer Stadtvertretung für den 7. März nach Schwerin eingeladen. Auch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege soll daran teilnehmen. Die Verantwortlichen aus Schwerin erklärten zuletzt, dass man eine gemeinsame Position auch im Sinne der Neustrelitzer finden wolle. Diesen Donnerstag sollen dann auch die Fällarbeiten an der Mittelachse des Schlossgartens starten, die in den kommenden Monaten grundlegend saniert wird.

Kommentare (2)

Da kommt extra eine Firma aus Bayern nach Neustrelitz, um Sträucher und Bäume zu beseitigen. Das Finanzministerium hat 1,2 Millionen Euro für die Verfüllung des Schloßkellers eingeplant. Zuvor wurde bereits für 250.000 Euro ein Fledermausquartier ebenfalls auf dem Schloßberg im Gewölbe des ehm. linken Kavaliershaus verbaut. Man plant derzeit sinnlose Fällarbeiten im Schloßpark vorzunehmen. Für das dann ebenfalls nochmal 250.000Euro eingeplant sind. Für das Residenzschloß ist allerdings wieder wie so oft kein Geld mehr da. Man hat so langsam das Gefühl die Schweriner Politik will uns ständig nur verschaukeln. Und nicht nur das, man das Gefühl das die roten Brandstifter und Sprengmeister von damals mit denen in Schwerin unter einer Decke stecken.

Offenbar hat man in Schwerin kaum Interesse an einer positiven kulturellen Entwicklung aller Ortschaften östlich von Parchim. Wie sonst ist es zu erklären, dass gerade in der hiesigen Region vermehrt der Rotstift gerade bei Kulturangelegenheiten angesetzt wird. Gut ist nicht so schön gelegen für die Geldsäcke aus Hamburg und den anderen Speckgürteln. Aber vielleicht sollte man beim Einsatz von Haushaltsmitteln auch mal an Investitionen in die Zukunft einer Region denken und nicht nur ans streichen von Mitteln. Geld ist genug da (700 Mio. Euro Überschuss 2017). Die kamen auch zusammen, weil gerade beim Otto Normal Bürger gespart wurde was das Zeug hält. Die derzeitige Finanzpolitik wird sich in zukünftigen Jahren rächen. Anzeichen wie heute schon in der Justiz (überlastete Gerichte, Personal etc.) werfen ihre Schatten voraus.