Nach Auktion

Bahnhof in Blankensee bekommt acht Wohnungen

Die neuen Bahnhofsbesitzer kommen aus Kiel. Sie wollen im denkmalgeschützten Haus in Blankensee große Pläne umsetzen. Derartige Versteigerungen sind im Nordosten kein Einzelfall.
Die neuen Besitzer des Blankenhofer Bahnhofes wollen das Gebäude als Wohnhaus umbauen.
Die neuen Besitzer des Blankenhofer Bahnhofes wollen das Gebäude als Wohnhaus umbauen. Heike Sommer
Der Bahnhof in Mölln wurde im Dezember für einen Schnäppchenpreis ersteigert.
Der Bahnhof in Mölln wurde im Dezember für einen Schnäppchenpreis ersteigert. Bärbel Gudat
Immerhin vierstellig: Zumindest das Bahnhofsgebäude in Altentreptow brachte 6500 Euro ein.
Immerhin vierstellig: Zumindest das Bahnhofsgebäude in Altentreptow brachte 6500 Euro ein. Anke Brauns
In Bredenfelde ist eine Kita in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebracht.
In Bredenfelde ist eine Kita in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebracht. Tobias Lemke
Auch der Bahnhof in Oertzenhof, der 1860 errichtet wurde, ist versteigert worden. Neue Besitzerin ist Claudia Mengel, die in Fürstenwerder und Berlin lebt.
Auch der Bahnhof in Oertzenhof, der 1860 errichtet wurde, ist versteigert worden. Neue Besitzerin ist Claudia Mengel, die in Fürstenwerder und Berlin lebt. Tobias Lemke
Blankensee

Nun haben sich die neuen Besitzer des Bahnhofsgebäudes in Blankensee bei Bürgermeister Wulf Bednorz gemeldet. Im Dezember 2016 war der Bahnhof versteigert worden. Seitdem wartete Bednorz auf ein Signal. Bei der Auktion in Berlin war der Hammer für das 1200 Quadratmeter große Areal bei 3000 Euro gefallen.

Die Summe lag nicht viel über dem Startpreis. Der war mit 2500 Euro angesetzt. Die neuen Besitzer kommen aus Kiel. Wie es auf Anfrage des Nordkurier hieß, wolle man acht Wohnungen in das ehemalige Bahnhofsgebäude errichten. Immerhin stehen hier 390 Quadratmeter zur Verfügung. Zurzeit laufen die Planungen. Wann mit einem Baustart zu rechnen ist, war zunächst unklar. Man sei mit dem Bürgermeister im Kontakt und bespreche Einzelheiten mit ihm.

Der Bahnhof in Blankensee steht seit Jahren leer. Er war vor fünf Jahren schon einmal unter den Hammer gekommen. Doch dieser Verkauf war für das Gebäude weitestgehend folgenlos geblieben. Es tat sich nichts. In der Winterauktion des Berliner Auktionshauses kam er neben zehn anderen Bahnhöfen zu Versteigerung. Blankensees Bürgermeister Wulf Bednorz hofft, dass mit dem Besitzerwechsel das denkmalgeschützte Areal endlich gestaltet wird. „Vor fünf Jahren konnten wir uns vorstellen, dass hier betreutes Wohnen entsteht“, sagt Wulf Bednorz. Daran hat sich nichts geändert.

Alte Bahnhöfe finden zu Spottpreisen neuen Besitzer

Ein Bahnhof für sage und schreibe 300 Euro! Diesen Traum hat sich im Dezember vergangenen Jahres ein Privatinvestor bei einer Winterversteigerung in Berlin erfüllt. Der namentlich nicht genannte Bieter hatte die 1864 errichtete zweigeschossige Bahnstation von Mölln südlich von Stavenhagen zum Mindestgebot übernommen.

Insgesamt waren sieben nicht mehr genutzte, mehr als 100 Jahre alte Bahnhöfe damals unter den Hammer gekommen. Sechs von ihnen wechselten zu Schnäppchen-Geboten von insgesamt nur 24.900 Euro die Besitzer. Der 1884 gebaute Bahnhof Ueckermünde, an dem seit sieben Jahren keine Züge mehr halten, ging für 7000 Euro über den Tisch. Für 6500 Euro wurde der teilweise noch als Wohnraum vermietete Bahnhof von Altentreptow inklusive Nebengebäude versteigert.

Für die gleiche Summe hatte ein Interessent den 1860 errichteten und aus drei Wohnungen bestehenden, aber leer stehenden Bahnhof in Woldegk erfolgreich ersteigert. Unter den Hammer kamen auch zwei Bahnhöfe in Brandenburg: Der 1880 in einem Waldgebiet errichtete und seit Jahren leer stehende Klinkerbau von Altdöbern wurde für lediglich 1600 Euro ersteigert. Das zweigeschossige Anwesen mit 300 Quadratmeter großen Wohnbereichen liegt an der Bahnstrecke Lübbenau-Senftenberg, an der im Stundentakt noch Regionalbahnen nach Berlin vorbeifahren.

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