SPERRUNG VERKÜRZT

Bahnstrecke nach Berlin nur einen Monat dicht

Ausgerechnet dann, wenn alle Ferien haben, wollte die Bahn die Verbindung ins Urlaubsland MV für drei Monate kappen. Aber jetzt sieht das ganz anders aus.
Die Züge auf der Linie RE 5 von und nach Berlin sollen im Sommer doch nicht so lange ausfallen wie gedacht.  
Die Züge auf der Linie RE 5 von und nach Berlin sollen im Sommer doch nicht so lange ausfallen wie gedacht. Matthias Schütt
Neustrelitz ·

Berufspendler, Urlauber und andere Reisende, die die Bahnstrecke der Linie Regionalexpress (RE) 5 zwischen Neustrelitz und Berlin nutzen, können aufatmen. Die für den Sommer angekündigte Sperrung der Strecke im Bereich des Karower Kreuzes nordöstlich der Bundeshauptstadt dauert wohl doch nicht, wie ursprünglich geplant, die vollen drei Monate über Juni, Juli und August an. „Es geht mittlerweile um ein paar vereinzelte Tage im Juni sowie eine dauerhafte Sperrung der Strecke zwischen dem 29. Juli und 29. August“, sagte Bahnsprecher Gisbert Gahler. Und auch für diesen Zeitraum im Sommer gebe es Überlegungen, den Stress und die Verlängerung der Fahrzeit für die Kunden so gering wie möglich zu halten.

Heftige Kritik aus MV

Neben dem Umstieg auf die S-Bahn in Oranienburg, der schon im Februar und März praktiziert wurde, gebe es nun Überlegungen, einzelne Züge umzuleiten und direkt ohne Umstieg in die Bundeshauptstadt fahren zu lassen. Über die genauen Details der Umleitung will die Deutsche Bahn (DB) zu gegebener Zeit informieren. „Wir wollen die beste Möglichkeit für die Kunden. Daher prüfen wir gerade das Verkehrskonzept“, sagte Gisbert Gahler.

Vom Land Mecklenburg-Vorpommern hatte es heftige Kritik an der geplanten dreimonatigen Sperrung in der Hochsaison gegeben. Denn die Sperrung der Strecke im Sommer hätte nicht nur Auswirkungen auf die Pendler gehabt, sondern auch auf den Tourismus. Im Juni, Juli und August haben alle 16 Bundesländer ihre Sommerferien. Ausgerechnet dann wäre das Urlaubsland MV für Bahnreisende quasi abgeschnitten worden.

Umsteigen in die S-Bahn

Bereits im Februar und März mussten Reisende zeitweilig erhebliche Einschränkungen auf der RE5-Strecke hinnehmen. Die Züge, die zwischen Berlin, Neustrelitz und wechselweise Rostock und Stralsund verkehrten, wurden knapp vier Wochen zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Oranienburg unterbrochen. Für die Reisenden hieß es, aus Richtung Mecklenburg-Vorpommern kommend in Oranienburg in die S-Bahn der Linie S1 nach Wannsee umzusteigen, um in die Bundeshauptstadt zu gelangen.

Wer zum Beispiel zum Hauptbahnhof am Europaplatz wollte, musste 30 Minuten mehr Fahrzeit einplanen. Auf der Rücktour verhielt es sich ebenso. Vereinzelt wurden Züge – jeweils einer in beiden Richtungen an einem Tag – über den östlichen Berliner Ring umgeleitet, was für die Fahrgäste wesentlich angenehmer war. Dies war jedoch nur eine Ausnahme. „Das mit dem Verkehrsverbund abgestimmte Ersatzkonzept sah die Umleitung wegen fehlender Trassenkapazität nicht vor”, teilte Gisbert Gahler dazu mit. Fernzüge fuhren dagegen den weiteren Weg über Berlin-Spandau hinaus in Richtung MV.

Grund für die Unterbrechung war schon seinerzeit die andauernden Bauarbeiten am Karower Kreuz, die seit einigen Monaten durchgeführt werden. Und auch im Sommer wird weiter gebaut – aber offenbar mit weit kürzerer Sperrung als bisher erwartet.

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Kommentare (1)

Die Einsparungen der letzten Jahre, haben den Zugverkehr nun so hart getroffen, das Weichen, Brücken, Stellwerke und Signale marode sind. Ein ganzes Eisenbahnkreuz muss nun saniert werden, weil die Betriebssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Ich kenne die DB noch aus Zeiten, wo es jedenfalls weniger Probleme, Zugausfälle und Unfälle gab.