So könnte die künstlerische Sitzbank aussehen, die Jan Witte-Kropius gestalten wird. Sie soll unweit der Schlosskirc
So könnte die künstlerische Sitzbank aussehen, die Jan Witte-Kropius gestalten wird. Sie soll unweit der Schlosskirche Neustrelitz errichtet werden. Skizze: Jan Witte-Kropius
Nahe der Schlosskirche Neustrelitz soll das Kunstwerk platziert werden.
Nahe der Schlosskirche Neustrelitz soll das Kunstwerk platziert werden. Susanne Böhm
Kunst

Bank und Skulptur sollen an großherzoglichen Baumeister erinnern

Unweit der Neustrelitzer Schlosskirche wird ein ganz besonderer Platz zum Verweilen entstehen. Dafür sind die Weichen nun gestellt.
Neustrelitz

In Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) entsteht „Kunst zum Sitzen“. Sie ist dem Mecklenburg-Strelitzer Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel (1796 bis 1869) gewidmet. Die besondere Bank soll auf dem Buttelplatz unweit der Schlosskirche aufgestellt werden. Über das Vorhaben hat der amtierende Baudezernent Axel Zimmermann auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau informiert.

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Künster zu Wettbewerb aufgerufen

Demnach sind im Rahmen eines Wettbewerbsaufrufs elf Künstler mit der Bitte um die Einreichung von Entwürfen angeschrieben worden. Drei Künstler hätten ihre Vorschläge der Stadt unterbreitet. Eine Jury aus Stadtvertretern und Mitarbeitern der Verwaltung hat letztlich den Gestaltungsvorschlag von Jan Witte-Kropius als den Besten gekürt. Kropius lässt den Baumeister auf einer Bank sitzen, den Blick in die Weite gerichtet.

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Bank aus Granit, Skulptur aus Bronze

Die Kosten für den Bankbau belaufen sich voraussichtlich auf 30 000 Euro. Ein Teil des Geldes stammt aus Spenden, die im Rahmen der geöffneten Schlosskirche eingeworben wurden. Der überwiegende Teil des Geldes kommt aus Städtebaufördermitteln. Die Bank soll aus Granit gebaut werden, die Buttel-Skulptur wird aus Bronze sein, sagte Axel Zimmermann dem Nordkurier.

Prüfung angeregt

Bauausschussmitglied Frank Hermann regte in der Ausschusssitzung an, vor Baubeginn die Biografie von Buttel auf etwaige rassistische oder antisemitische Äußerungen zu untersuchen. Der amtierende Bauamtsleiter erklärte hierzu, dass Derartiges bislang von Buttel nicht bekannt sei. Er wolle aber eine neuerliche Prüfung anregen. Er sehe die Bank vor allem als Wertschätzung für das städtebauliche Werk von Buttel und seine Bedeutung für Neustrelitz, machte Zimmermann deutlich. Die Bank soll unweit der Schlosskirche aufgestellt werden. Stadtvertreter Bernd Werdermann regte an, bei der Standortwahl das in der Nähe befindliche Denkmal für Herzog Georg zu berücksichtigen. Buttel und der Herzog hätten viele Jahre eng miteinander gearbeitet. Die Bank soll voraussichtlich Ende Februar 2023 aufgestellt werden.

Bauwerke auch außerhalb der Stadt entworfen

Friedrich Wilhelm Buttel war viele Jahre Hofbaumeister in Mecklenburg-Strelitz. Er prägte die klassizistische und neugotische Architektur in Mecklenburg-Strelitz mit einer eigenständigen Formensprache. Ihm wird außerdem die Erfindung der Dachpappe zu geschrieben. Auf seinen Einfluss gehen unter anderem der Bau der Schlosskirche, des Hebetempels, der Stadtkirche und der Zierker Kirche, des Gerichtsgebäudes und des Marstalls zurück. Auch außerhalb von Neustrelitz schuf Buttel besondere Gebäude, so die Kirchen in Dabelow und Voigtsdorf.

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