WIRTSCHAFT

Bleibt die Commerzbank in Neustrelitz und Waren?

Die Commerzbank-Filialen in Neustrelitz und Waren sind ins Gerede gekommen. Sie werden geschlossen, heißt es. Das stimmt aber ganz und gar nicht, betont der Chef beider Häuser.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Bei der Commerzbank in Neustrelitz ging am Mittwoch die Kundschaft ein und aus. Und das soll auch so bleiben.
Bei der Commerzbank in Neustrelitz ging am Mittwoch die Kundschaft ein und aus. Und das soll auch so bleiben. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Die Commerzbank dementiert Gerüchte, wonach die Filialen in Neustrelitz und Waren geschlossen werden sollen. „Da ist absolut nichts dran. Beide Filialen bleiben definitiv bestehen. Alles andere wäre töricht“, sagte Commerzbank-Sprecher Mathias Paulokat in dieser Woche.

Vor allem in Waren, aber auch in Neustrelitz sei er von Kunden auf eine mögliche Schließung angesprochen worden, erklärte Knut Heineken, Leiter beider Filialen. Möglicherweise hätten andere Banken das Gerücht gezielt verbreitet. Hintergrund seien wohl die Fusionsgespräche zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank. Knut Heineken betont: „Wir sind hier in Neustrelitz und Waren verwurzelt. Wir wachsen hier in der Region und ganz klar: Wir bleiben vor Ort. Die Gerüchte der vergangenen Wochen sind absolut haltlos. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen mit neuen Kunden die Standorte weiter ausbauen.“

Zahl der Privatkunden ist gestiegen

Schließlich sei das Jahr 2018 für die Commerzbank in Neustrelitz und Waren außerordentlich erfolgreich gewesen, und auch das Jahr 2019 laufe ausgezeichnet an. Die Zahl der Privatkunden sei in Neustrelitz im vergangenen Jahr um 172 gestiegen, in Waren sogar um 211. Auch bei der Zahl der Geschäftskunden sei die Tendenz steigend.

Das gilt im Übrigen für ganz Mecklenburg-Vorpommern, sagt Mathias Paulokat. Im gesamten Land habe sein Unternehmen im Jahr 2018 mehr als 4000 Kunden dazugewonnen. „Neustrelitz und Waren haben daran immerhin fast zehn Prozent Anteil. Das zeigt, welche Bedeutung diese Filialen haben.“

Niedrige Zinsen und gute wirtschaftliche Lage hätten das Kreditgeschäft auch in Neustrelitz und Waren angekurbelt. „Wir haben in Neustrelitz fast 4 Millionen neue Immobilienkredite ausgereicht. Gemeinsam mit Waren sind es sogar 6,3 Millionen. Das zeigt, hier wird investiert, die Region ist attraktiv.“ Auch für die Commerzbank. Bemerkenswert sei auch das Wachstum im Bereich der kleineren Ratenkredite für Autos, Modernisierungen, Urlaube, Küchen und ähnliches. Hierfür vergaben beide Filialen rund 2,5 Millionen Euro, davon rund 1 Million in Neustrelitz.

Filialen bleiben

Die niedrigen Zinsen hätten aber auch eine Kehrseite, nämlich für die Sparer. „Bei der Geldanlage verschenken viele Menschen in Neustrelitz und der Müritz-Region weiter Geld“, sagt Knut Heineken. „Sie wissen, dass sie investieren sollten, sparen aber zu Niedrigzinssätzen.“ Tipp des Filialdirektors: „Wer Vermögen erhalten will, muss anlegen statt sparen.“ Allmählich spreche sich diese Erkenntnis herum. 2018 investierten Neustrelitzer Kunden rund 1 Million Euro neu in Wertpapiere und ihre Altersvorsorge. In Waren flossen sogar 1,3 Millionen Euro in neue Anlagen.

Das Online-Banking sei in Neustrelitz und Waren stark im Kommen. „Gerade auch in der ländlichen Region ist die Nutzung von Mobile Banking groß“, sagt Knut Heineken. Das führe aber nicht dazu, dass Filialen nicht mehr gebraucht werden. Im Gegenteil: „Digitale Angebote führen sogar zu mehr Kontakt zwischen Kunden und Bank.“ Die Kunden würden sich über die bankeigene App oder im Internet vorab informieren und dann das direkte Gespräch mit den Beratern vor Ort suchen. „Die Bankfiliale bleibt für ein gründliches Beratungsgespräch zu Altersvorsorge, Geldanlage oder Finanzierung immer noch erste Wahl. Wir hoffen, dies spricht sich nun genauso stark herum.“

In Neustrelitz sind vier Berater für Privatkunden und zwei für Geschäftskunden vor Ort. In Waren arbeiten zwei Berater für Privatkunden und einer für Geschäftskunden. Der Filialleiter ist an beiden Standorten aktiv.

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