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Bauarbeiten am Marstall in Neustrelitz haben begonnen

Für mehrere Millionen Euro wird das historische Gebäude, das zum Ensemble des einstigen Schlosses gehört, in den nächsten Jahren saniert.
Bauzäune und Bagger sind seit einigen Tagen am Marstall in Neustrelitz zu sehen. Der Denkmalbau wird in den kommenden bei
Bauzäune und Bagger sind seit einigen Tagen am Marstall in Neustrelitz zu sehen. Der Denkmalbau wird in den kommenden beiden Jahren und darüber hinaus umfassend saniert. Tobias Lemke
Neustrelitz ·

Ein Bauzaun umgibt seit einigen Tagen den Marstall in Neustrelitz, und das wird auf längere Zeit erst mal so bleiben. An dem historischen Gebäude, das direkt an den Schlossgarten angrenzt, haben im Auftrag des Landes nun die lange angekündigten Sanierungsarbeiten begonnen. Allein für die ersten beiden Bauabschnitte, die bis in die zweite Jahreshälfte 2022 andauern werden, sind rund 6,45 Millionen Euro veranschlagt, heißt es aus dem Schweriner Finanzministerium.

Im Februar sei die Baustelle zunächst eingerichtet worden. Seit Anfang dieser Woche sind nun Abbrucharbeiten im Gange. Begonnen wurde zudem mit dem Freilegen des umlaufenden Sockelbereichs, dieser muss abgedichtet werden, um ihn vor Feuchtigkeit zu schützen. Dabei kommt auch eine Spezialtechnik zum Einsatz. Die horizontale Abdichtung wird mittels eines sogenannten Bohrlochinjektionsverfahrens vorgenommen. Damit sei bereits begonnen worden, heißt es zum Stand der Bauarbeiten.

Marstallhalle soll als öffentlicher Saal genutzt werden

Im ersten Bauabschnitt wird die Gebäudehülle für rund 2,65 Millionen Euro auf Vordermann gebracht, wobei bislang Aufträge im Volumen von rund 550.000 Euro vergeben wurden. Für den erweiterten Rohbau und Zimmererarbeiten laufen derzeit die Ausschreibungen. Danach geht es innen an die Herrichtung der Marstallhalle. Die Sanierung der ehemalige Reithalle kostet rund 3,8 Millionen Euro. Für beide Bauabschnitte werden mit EU-Mitteln für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert. Im dritten und vierten Realierungsabschnitt stehen die Sanierung der Seitenflügel sowie Herstellung der Außenanlagen an. Beide Abschnitt befinden sich aber noch im Planungsprozess.

Die Marstallhalle soll später als repräsentativer Saal öffentlich genutzt werden. Angrenzend werden ein Sanitärbereich und Räume etwa für die Haustechnik entstehen. Nord- und Südflügel des Marstalls sollen der Theater und Orchester GmbH (TOG) zur Verfügung gestellt werden. So bekommt das Theater hier Ersatz, da es aus dem Probenhaus ausziehen muss. Dort wiederum soll das Straßenbauamt neue Büros bekommen. Erste Pläne sahen noch vor, den Marstall für die Theaterwerkstätten umzubauen, was jedoch wieder verworfen wurde. Für die neuen Werkstätten, auch diese waren bislang im Probenhaus untergebracht, wird derzeit eine moderne Mehrzweckhalle am Bürgerseeweg errichtet.

Auch Orangerie wird gerade saniert

Mit der Sanierung des Marstalls wird nun einem weiteren wichtigen Mosaikstein im Gesamtensemble von Schlossgarten und Schlossberg wieder zu altem Glanz verholfen. MV-Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) erinnert daran, dass das Land in den vergangenen Jahren bereits viel Geld in den Schlossgarten investiert habe. „Und es geht weiter: Jetzt werden die angrenzenden historischen Gebäude nach und nach aus dem Dornröschenschlaf geweckt”, sagt Meyer. Denn auf der Stadt zugewandten Gartenseite wird seit dem Vorjahr auch die Orangerie denkmalgerecht saniert.

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