Sumpfzypressen
Baum-Exoten aus Florida in der Schlosskoppel zu finden

Die Sumpfzypressen in der Schlosskoppel von Neustrelitz sind nicht ganz einfach zu finden. Wer zwischen Hobe-Brunnen und der Gartenanlage aber die Augen offen hält, kann die Kronen der Nadelbäume aber gerade jetzt im Herbst ausfindig machen.
Die Sumpfzypressen in der Schlosskoppel von Neustrelitz sind nicht ganz einfach zu finden. Wer zwischen Hobe-Brunnen und der Gartenanlage aber die Augen offen hält, kann die Kronen der Nadelbäume aber gerade jetzt im Herbst ausfindig machen.
Tobias Lemke

Die Sumpfzypressen haben nicht nur ein beachtliches Alter, sondern sind auch eine Rarität. Fast wären die Neustrelitzer Exemplare verloren gegangen.

In der Schlosskoppel von Neustrelitz stehen – etwas versteckt – drei besondere Bäume. Nur war der Weg dorthin zuletzt ziemlich verwildert und von Gestrüpp überwuchert. Seit Kurzem sei der Wanderweg jetzt aber wieder auf Vordermann gebracht. Darauf macht Erwin Hemke vom Mecklenburg-Strelitzer Regionalverband des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) aufmerksam. „Die Naturschützer stellten die drei Sumpfzypressen wieder frei und legten einen Zugang an“, erklärte Hemke. Sumpfzypressen sind hierzulande eigentlich nicht beheimatet und kommen in Mecklenburg daher eher selten vor. Als Nadelbaum für Parkanlagen schaffte es die Art nach Europa. Ihre ursprüngliche Heimat ist der Süden Nordamerikas mit Schwerpunkt-Vorkommen in Florida und am Unterlauf des Mississippi. „Nach Neustrelitz kamen die drei Bäume um 1808, nämlich infolge der Umgestaltung der als Viehweide genutzten Wald- und Wiesenlandschaft am Zierker See“, berichtet Hemke.

Zwei weitere fremde Arten ebenfalls angepflanzt

Seiner Zeit habe Herzog Carl seinen Hofmarschall Eugen von Hobe angewiesen, einen Park zu schaffen. Hobe ließ Wege und Brücken anlegen sowie einheimische und fremdländische Bäume pflanzen, unter anderem die Sumpfzypressen. In der Schlosskoppel seien zudem eine aus Nordamerika stammende Weymouthkiefer und die falsche Akazie zu finden.

Der Neustrelitzer Naturschützer Erwin Hemke erinnert sich noch gut, dass schon vor mehr als 50 Jahren zur Rettung der vergessenen Sumpfzypressen aufgerufen wurde. Im Jahr 1960 fand ein Arbeitseinsatz von Schülern unter Leitung des Naturschützers Walter Gotsmann statt. Junge Ahornbäume hatten dazu geführt, dass die Zypressen kahler wurden. „Ich war damals der einzige Mann, der noch mit einer Axt dazukam, was Gotsmann natürlich erfreute“, erinnert sich Hemke.

Zu dicht gepflanzt

Schon damals sei aber zu beobachten gewesen, dass die Bäume zu dicht gepflanzt wurden und nur die Spitzen benadelt waren. „Um eine volle Krone zu bekommen, hätten die Bäume wohl schon vor einhundert Jahren freigestellt werden müssen“, erklärt Hemke. Dennoch stellen die Drei seiner Ansicht nach eine dendrologische Rarität dar und seien es wert, dass Besucher der Schlosskoppel auf sie aufmerksam gemacht werden. Es sei sogar eine Überlegung wert, dass die Stadt Neustrelitz im Zuge der geplanten Pflegearbeiten ein paar neue Sumpfzypressen pflanzen lässt. Derzeit wird ein Konzept für die Schlosskoppel erarbeitet, dabei geht es vor allem um die Erneuerung der Wanderwege. In diesem Zusammenhang schlägt der Neustrelitzer NABU-Vorsitzende Erwin Hemke zudem vor, die Wege nach verdienten Naturschützern aus der Region zu benennen.

Eine Erwähnung sei schließlich noch eine männliche Eibe von 1850 wert, die direkt vor dem Borkenhaus steht. Der Baum habe zwar während eines Herbststurms des vorigen Jahres schwere Schäden erlitten. So gibt es große Abbrüche in der Krone. Dennoch sollte die Eibe erhalten bleiben und können die Sturmschäden über viele Jahre wieder verwachsen.