WEGEN CORONA

Begegnungsstätte muss für Jugendclub weichen

In der Neustrelitzer Familienbildungsstätte Kiefernheide heißt es: Aus und vorbei! Die Räume werden für einen Jugendtreff benötigt.
Der Kiefernheidetreff in der Maxim-Gorki-Straße in Neustrelitz ist Anlaufpunkt für viele Menschen, die hier etwas f
Der Kiefernheidetreff in der Maxim-Gorki-Straße in Neustrelitz ist Anlaufpunkt für viele Menschen, die hier etwas für ihre Gesundheit, in der Freizeit oder fürs persönliche Wohlbefinden tun. Das DRK hat nun aber andere Pläne für den Treff. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Die DRK-Familienbildungsstätte im Neustrelitzer Stadtteil Kiefernheide wird es in der Form, wie es sie bislang gab, künftig nicht mehr bestehen. Der Großteil der Angebote ruht derzeit aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen. Kursleiter und Kursteilnehmer, die dieser Tage nachfragten, wann es denn weitergehen könne, erhielten die bittere Nachricht: gar nicht mehr.

„Die Kurse müssen raus, weil dort der Jugendclub einziehen wird, der derzeit noch in der Kita untergebracht ist. Dort brauchen wir den Platz für die Hortbetreuung“, erklärt Uwe Jahn, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Mecklenburgische Seenplatte auf Nachfrage. Die Entscheidung sei nicht durch Corona bedingt, sondern unabhängig davon gefallen. Der Umzug des städtischen Jugendtreffs aus der benachbarten DRK-Kita hätte so oder so im Herbst stattgefunden und sei in Absprache mit der Stadt vereinbart worden, sagt Jahn. Tatsächlich hatte es in der Vergangenheit in Neustrelitz immer mal wieder Probleme mit fehlenden Hort-Kapazitäten gegeben (der Nordkurier berichtete).

Dennoch ist der Ärger bei den bisherigen Nutzern der Familienbildungsstätte groß. „Man hat uns nur mitgeteilt, es ist schon alles entschieden und wir können unsere Sachen packen. Diese Art und Weise des Umgangs geht gar nicht“, findet Ellen Knoll. Sie leitet bislang vier Nähkurse in dem Haus. Viele der Frauen haben zuletzt Mundschutz, unter anderem auch fürs DRK genäht. Neben den Hobbynäherinnen seien aber noch weitere Angebote betroffen. Seniorentanz, Mutter-Kind-Kurse, Yoga, Handarbeit, Sportangebote und drei Osteoporose-Kurse finden hier beispielsweise statt. „Das wird jetzt alles tot gemacht“, bedauert Ellen Knoll.

Stadtteil ist durchaus auch Brennpunkt-Viertel

Bei den Teilnehmern des Töpferkurses stießen die Pläne des DRK ebenfalls auf wenig Gegenliebe. „Wir müssen auch raus, werden jetzt aber wohl zum Glück im Kunsthaus unterkommen“, sagt Kursleiterin Beate Tegler. Dennoch sei sie traurig, dass nach 26 Jahren in Kiefernheide nun Schluss sein soll. Zudem wäre es gut gewesen, früher und offener über die Pläne zu informieren.

Ellen Knoll merkt zudem an, dass der Stadtteil durchaus auch Brennpunkt-Viertel sei. Die Begegnungsstätte sei vielen Bewohnern wichtig, um Kontakte zu halten, dem Alltagstrott zu entfliehen oder um die Psyche zu stärken. „Die Leute haben sich hier die Klinke in die Hand gegeben“, sagt die Kursleiterin und fordert vom DRK wenigstens Ausweichmöglichkeiten. Einige Kapazitäten gebe es eventuell noch am Standort der Hauptgeschäftsstelle in der Lessingstraße, sagt Jahn. Der Großteil der Kurse müsse aber auf die Suche nach einem Domizil gehen. Seit 1992 hatte sich die DRK-Familienbildungsstätte in der Maxim-Gorki-Straße befunden.

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