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Begehbarer Riesen-Darm liegt auf dem Neustrelitzer Markt

Europas größtes begehbares Darmmodell wurde am Montag in Neustrelitz aufgebaut. Die Passanten traten gern ein.
Europas größtes begehbares Darmmodell wurde am Montag in Neustrelitz aufgebaut. Die Passanten traten gern ein.
Susanne Böhm

Ein riesenhaftes Verdauungsorgan lag mitten in Neustrelitz. Die Residenzstädter traten bereitwillig ein. So heiter, wie der rosafarbene Tunnel aussah, war er nicht. Es ging um ein ernstes Thema.

Ein begehbarer Riesendarm und Ex-Fußballer Jimmy Hartwig warben am Montag auf dem Neustrelitzer Marktplatz für Darmkrebsvorsorge. Bei der Vorstellung, was sonst durch den Darm geht, spazierten viele Passanten mit einem Lächeln durch den rosafarbenen Tunnel. Doch so lustig, wie der überdimensionale Luftschlauch aussah, so ernst war der Hintergrund. Das 30 Meter lange Modell zeigte nicht nur, wie ein gesunder Darm aussieht, sondern auch, wie eine tödliche Krankheit entstehen kann.

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache und die Krankheit mit den meisten Neuerkrankungen im Jahr, sagte Markus Juhls von der Krankenkasse AOK. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 62 000 Menschen an Darmkrebs und 26 000 sterben daran. „Dabei gibt es keine andere Krebsart, die so gut vorbeugend behandelt werden kann“, sagte Dr. Gerd-Uwe Raabe von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Werde der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, seien die Heilungsaussichten sehr gut. Dennoch gingen nur zehn Prozent der Frauen und Männer zur Darmspiegelung. Die jahrelange Aufklärungsarbeit mache sich jedoch allmählich bemerkbar.

Großes Interesse in Neustrelitz

Die Neustrelitzer zeigten sich sehr offen für das Thema. „Wir hatten schon eine Altenpflegeschule, Schulklassen, Lehrer, Passanten und Urlauber hier“, sagte Markus Juhl mittags. „Richtig Trubel“, so Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande. „Zwischendurch gab es Stau im Darm.“ Verstopfung.

Wer die Aktion der AOK, der Ärztekammer, der Universitätsmedizin Rostock und des Landkreises verpasst hat, bekommt am 21. Juli eine weitere Gelegenheit. Dann wird der Riesendarm in Waren aufgebaut.