Diesen Wolf hat Nora Borgwardt bei Kreckow fotografiert als sie gerade mit ihrem Vater zur Oma nach Woldegk unterwegs war. Auf
Diesen Wolf hat Nora Borgwardt bei Kreckow fotografiert als sie gerade mit ihrem Vater zur Oma nach Woldegk unterwegs war. Auffällig ist der dicke Bauch des Tiers – der Wolf hatte wohl kürzlich gefressen. Nora Borgwardt
Auch Rissvorfall

Bei Woldegk häufen sich die Wolfssichtungen

Den Nordkurier haben in den vergangenen Tagen vermehrt Berichte über Begegnungen mit Wölfen rund um Woldegk erreicht. Es gibt auch eine Vermutung, warum das so ist.
Kreckow

In der Feldberger Seenlandschaft wird das Thema Wolf aktuell heiß diskutiert. Dort gab es vermehrt Begegnungen zwischen Mensch und Tier. Aber auch wenige Kilometer weiter, in der Nachbargemeinde rund um Woldegk, häufen sich dieser Tage die Wolfssichtungen.

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So ist Isegrim erst in der vorigen Woche einer Familie in der Nähe von Kreckow über den Weg gelaufen. Frank Borgwardt und Tochter Nora ist es sogar gelungen, ein Foto von dem Tier aufzunehmen. Zu sehen ist, wie ein Wolf gemächlich und relativ nah an den Fotografierenden vorbeistapft. „Er war immer nähergekommen und hat erst innegehalten, als wir mit dem Auto angehalten haben. Meine Tochter hat dann schnell ein Handybild gemacht“, berichtet Borgwardt.

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Bürgermeister: Rissvorfall bei Göhren

Zugleich erreichte den Nordkurier jetzt eine Aufnahme aus Alt Käbelich, die eine Wolfsbegegnung am Verbindungsweg zwischen Pasenow und Neetzka belegen soll. Allerdings wurde das Video mehrfach verschickt, sodass im Nachhinein der originale Verfasser nicht mehr benannt werden konnte. Zudem berichtete kürzlich Dieter Seidel aus Göhren ebenfalls von Sichtungen in seinem Dorf. „Man hört ständig was. Ein Wolf wurde zum Beispiel hinter dem ehemaligen Schlosspark von Göhren gesehen“, erzählt er.

Alle Dörfer liegen rund um Woldegk bzw. sind Ortsteile der Stadt. Daher ist das Thema längst auch beim Bürgermeister aufgeschlagen. „Ich kann bestätigen, dass die Wolfssichtungen hier bei uns zuletzt zugenommen haben“, sagt Ernst-Jürgen Lode, Stadtoberhaupt in Woldegk. Und nicht nur das: Bei Göhren sei es zudem zu einem Rissvorfall gekommen, bei dem ein Schaf ums Leben kam, berichtet Lode. Der Riss sei vor etwa zwei Wochen passiert.

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Zum Thema Wolf sei man auch im „ständigen Austausch“ mit den Feldbergern, erklärt er. Es gehe darum, eine gemeinsame Linie zu finden. In der Nachbarkommune hatte Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) zuletzt erneut einen Antrag auf Entnahme eines Wolfes gestellt, weil die Begegnungen zunehmen, teils auch in Siedlungsgebieten.

Monitoring weist auf Rudel bei Eichhorst

Kommt so ein Antrag nun auch für die Windmühlenstadt infrage? Die Gefahr, dass sich ein bestimmtes Tier zu nah an Menschen herantraut, werde aktuell nicht gesehen. „Wir haben keine markanten Beschwerden, so wie in der Feldberger Region, wo der Wolf förmlich Radfahrern über den Weg läuft – also nein“, sagt Lode. Dennoch müsse die Diskussion um Obergrenzen und den richtigen Umgang mit den Tieren ehrlich geführt werden. Es sei eindeutig so, dass Einzeltiere ihre Scheu verlieren können.

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Nach den vorläufigen Angaben für 2021/22 des Wolfsmonitorings in Mecklenburg-Vorpommern gibt es in der Region Woldegk aktuell ein Rudel bei Eichhorst. „Unsere Vermutung ist, dass derzeit Jungtiere aus dem Eichhorster Rudel abwandern und es deswegen vermehrt zu Sichtungen kommt“, erklärt Axel Griesau, der bei Woldegk wohnt und Wolfsbetreuer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist.

Sobald es neue Welpen gibt, werden die zweijährigen Jungwölfe verbissen und gingen auf Wanderschaft, erklärt er. Da Wölfe dabei weite Strecken zurücklegen können, sei aber auch die Sichtung von Jungtieren aus anderen Rudeln denkbar. Um genauere Erkenntnisse zu verwandtschaftliche Beziehungen zu gewinnen, bräuchte es daher genetische Nachweise. Das Video aus Alt Käbelich kennt Wolfsbetreuer Axel Griesau ebenfalls und könne es der Region zuordnen.

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