In Conow bei Feldberg wurden die Einbrecher von einer Bewohnerin überrascht (Symbolbild).
In Conow bei Feldberg wurden die Einbrecher von einer Bewohnerin überrascht (Symbolbild). © luckybusiness - stock.adobe.com
Urteil

Berliner Richter schicken Einbrecher-Bande hinter Gitter

Eine Einbrecher-Truppe, die auch in der Seenplatte unterwegs war, wurde nun verurteilt. In Conow konnte eine schreiende Rentnerin die Bande vertreiben.
Berlin

Wegen einer bundesweiten Einbruchsserie im Sommer 2020, die auch in der Mecklenburgischen Seenplatte für beträchtliche Schäden und verunsicherte Eigentümer sorgte, sind drei Männer vom Landgericht Berlin jetzt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die heute 25 bis 32 Jahre alten, aus Chile stammenden Einbrecher müssen wegen mehrfachen Wohnungseinbruchsdiebstahls und schweren Bandendiebstahls zwischen fünf Jahren fünf Monaten und fünf Jahren sieben Monaten ins Gefängnis, teilte das Gericht mit. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie in unterschiedlichen personellen Konstellationen jeweils mehr als 25 Mal erfolgreich in Häuser eingebrochen sind und es darüber hinaus weitere Male vergeblich versucht hatten. Einem mutmaßlichen vierten Bandenmitglied wurde noch nicht der Prozess gemacht.

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Einbrecher sprang aus dem Fenster

Mecklenburg-Vorpommern war einer der Schwerpunkte der Bande, die für versuchte oder vollendete Einbrüche unter anderem in Feldberg, Conow, Altentreptow und Waren sowie in Orten in benachbarten MV-Landkreise verantwortlich gewesen sein soll. Aber auch in Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein waren die Angeklagten im Sommer 2020 aktiv, eher sie Mitte September in Berlin gefasst wurden.

Meist schlugen sie wochentags während der üblichen Arbeitszeiten zu und trafen niemanden an. Eine Ausnahme: In Conow schrie die 86-jährige Bewohnerin den ersten Einbrecher an, sodass er aus dem Fenster sprang und mit seinen Komplizen ohne Beute flüchtete.

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Doch noch Geständnisse abgelegt

Die drei Männer hatten zunächst zu den Vorwürfen geschwiegen, im Laufe der 22 Verhandlungstage aber Geständnisse abgelegt, teilte das Gericht mit. Mit ihrem Urteil blieben die Richter deutlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die jeweils mehr als sieben Jahre Haft für jeden Einbrecher gefordert hatte. Ihre Verteidiger hatten für Strafen unterhalb von fünf Jahren plädiert. Auf die Haftzeit würde die Untersuchungshaft seit September 2020, als die drei in Berlin geschnappt wurden, angerechnet werden.

Das Gericht ordnete bei der Urteilsverkündung am Dienstag voriger Woche weiterhin an, dass die Männer die Taterträge von knapp 120.000 Euro zurückgeben sollen. Schäden durch die Einbrüche sind darin nicht enthalten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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