GLASFASERAUSBAU IN NEUSTRELITZ

Beschwerde gegen Telekom prallt ab

Die Stadt Neustrelitz hatte sich bei der Bundesnetzagentur über die Telekom beschwert, weil sie parallel zum Glasfaser-Projekt der Stadtwerke ihr Kupferkabelnetz ausbaut. Jetzt gab es eine Antwort.
Anett Seidel Anett Seidel
Die Stadtwerke Neustrelitz wollen nun schneller als bisher geplant ihre Glasfaserkabel für schnelleres Internet verlegen.
Die Stadtwerke Neustrelitz wollen nun schneller als bisher geplant ihre Glasfaserkabel für schnelleres Internet verlegen. Peter Kneffel
Neustrelitz.

Die Beschwerde der Stadt Neustrelitz über die Telekom bei der Bundesnetzagentur war vergebens. In einem Antwortschreiben wurde mitgeteilt, dass der geplante Vectoring-Ausbau durch den Internetriesen den Glasfaserausbau der Stadtwerke nicht konterkarieren würde. Eine störende Parallelerschließung trete damit nicht auf. Gleichzeitig wurde der Stadt mitgeteilt, dass es der Netzagentur nicht möglich sei, „verbindliche Vorgaben für die Lösung einzelner Konfliktfälle im Falle einer breitbandigen Doppelerschließung – beispielsweise durch Glasfaser und Vectoring – zu machen.“ Die Stadt Neustrelitz, das hat Bürgermeister Andreas Grund verdeutlicht, wird nichts weiter gegen die Ausbau-Pläne der Telekom, ihr bestehendes Kupferkabelnetz zu verbessern, unternehmen. „Dies ändert jedoch nichts an der Auffassung der Stadt, dass hier einer veralterten Technologie der Vorzug gegeben wird“, so Grund.

Die Telekom hatte, nachdem das Glasfaser-Projekt der Neustrelitzer Stadtwerke an die Öffentlichkeit gedrungen ist, Interesse bekundet ihr eigenes Netz zu verbessern. In der Verwaltung wurde befürchtet, dass dies den Glasfaserausbau der Stadtwerke ausbremsen könnte.

Ungeachtet all dessen haben die Stadtwerke inzwischen ihre Pläne überarbeitet. Die Gesamtinvestitionssumme von 16,1 Millionen Euro hat der Aufsichtsrat früher als geplant freigegeben. Das Projekt „Strelix“ soll somit schneller umgesetzt werden als angekündigt. Im Dezember 2015 hatten die Stadtwerke angekündigt, bis 2020 den Glasfaserausbau vorzunehmen. Jetzt ist geplant, das Vorhaben bis Ende 2018 umzusetzen. Sorge vor der Konkurrenz haben die Stadtwerke nicht, hatte Frank Schmetzke bereits zu einem früheren Zeitpunkt gesagt. Die Kunden könnten unterscheiden, wer das bessere Produkt anbiete. Die Stadtwerke setzen auf schnelles Internet mit Datengeschwindigkeiten von 250 Megabit pro Sekunde über Glasfaserkabel.

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Kommentare (3)

Das Angebot der Stadtwerke hat das Zeug sich innerhalb des Versorgungsgebietes durchzusetzen. Ein wesentlicher Vorteil, Up- und Download werden symmetrisch bereitgestellt. Das Verhalten der Telekom ist beispielhaft bei dem Versuch ungeliebte Konkurenz auszuschalten. Erst kümmert man sich jahrelang nicht um den Ausbau des Netzes, aber wenn die Konkurrenz aktiv wird habe man dies immer schon vorgehabt. Am besten das ganze noch mit Fördermitteln. Man kann nur hoffen, dass so viele Neustrelitzer wie möglich zu den Stadtwerken wechseln um Big T mal vor Augen zu führen, dass der Kunde mehr ist als eine Melkkuh.

ich werde nicht wechseln, und bleibe bei der Telekomm, was ich habe weis ich. Nachher habe ich 4 Wochen kein Anschluß bei der Umstellung.

4 Wochen keinen Anschluss? Das hört sich an wie die Angstrhetorik einiger Mitarbeiter der Telekom. Im Falle der Stadtwerke wird es so sein, dass die Immobilien eine eigene Stadtwerke Anschlussdose erhalten und somit nichts umgeschalten werden muss. Theoretisch könnte man vermutlich sogar DSL über Kupfer und Stadtwerke Glasfaser gleichzeitig nutzen, da verschiedene Zuleitungen genutzt werden. Nix mehr mit letzter Meile und so.

Endlich mal ein einheimisches Unternehmen, durch innovatives Tun und nicht durch Laberei Akzente setzt.