Abriss
Betonklotz wird dem Erdboden gleichgemacht

In Altstrelitz reißt ein Unternehmen derzeit das ehemalige Internat der Landesfinanzschule ab.  
In Altstrelitz reißt ein Unternehmen derzeit das ehemalige Internat der Landesfinanzschule ab.
Tobias Lemke

In Altstrelitz wird das ehemalige Wohnheim in der Hittenkoferstraße abgerissen. Der massive Kasten stellt die Abrissprofis vor Herausforderungen.

Am ungenutzten Plattenbau in der Hittenkoferstraße in Altstrelitz haben die finalen Abrissarbeiten begonnen. Anfang dieser Woche wurde noch ein Fallbett aus Kies aufgeschüttet. Seit Mittwoch fressen sich nun die Abrissbagger der Spezialfirma DC demolition aus Alt Käbelich ins Innere des Hauses vor. Voraussichtlich bis Mittwoch kommender Woche werde es dauern, das komplette Gebäude einzureißen, erklärt Andreas Wendland, Bauleiter von DC demolition. Anschließend werden die Schuttberge abgefahren.

Viele kleine Räume

Die Arbeiten seien nicht ohne, so der Abrissprofi. „Der Block wurde im Gegensatz zu anderen DDR-Plattenbauten recht massiv gebaut“, sagt Wendland. Weil das Haus früher als Internat für de Landesfinanzschule genutzt wurde, hat es zudem kleine Räume und dementsprechend viele Wände. Für die zwei Tonnen schwere Schere am Baggerarm bedeutet das so auch mehr Arbeit als gewohnt. Die Technik beißt sich förmlich durch den Beton. Bei gewöhnlichen Plattenbauten können dabei auch mal größere Stücke herausgeschnitten werden.

Das funktioniere beim Altstrelitzer Abrisshaus nicht. „Daher dauert der Rückbau auch ein, zwei Tage länger als bei anderen Häusern dieser Größe“, erklärt Wendland. Anderseits haben es die Abrissspezialisten anschließend dann einfacher beim Verladen der Schuttberge, weil weniger große Wände dabei sein werden. Die Entkernung des ehemaligen Wohnheims, das bis 2010 noch als Asylbewerberheim genutzt wurde, hatte bereits ab Ende August stattgefunden. „Da ist alles demontiert worden, was sich beweglich ist und sich herausholen ließ“, erklärt Wendland vereinfacht. Fachgerecht entsorgt wurden dabei Baustoffe wie Teerpappen und Dämmmaterial.

Wohnblock noch kurz vor der Wende errichtet

Die Stadt Neustrelitz hatte den leer stehenden Wohnblock, der noch kurz vor der Wende errichtet wurde, mit dem Ziel des Abrisses erst Anfang des Jahres vom Land übernommen. Eventuell schon im nächsten Jahr sollen auf dem frei werdenden Areal und einer Nachbarfläche zwölf neue Eigenheimstandorte entstehen. Insgesamt stünden dafür 11 400 Quadratmeter zur Verfügung, erklärt Thomas Degen vom Hoch- und Tiefbauamt der Stadt Neustrelitz. Was die Abrisskosten betrifft, so sei die Stadt in der glücklichen Lage, dass die zu 100 Prozent durch Fördermittel aus dem Rückbauprogramm Stadtumbau Ost gedeckt sind. Rund 145 000 Euro koste der Abriss.

Generell sei von der Übernahme des Blocks bis zum Abriss alles sehr reibungslos erfolgt. So lag der Fördermittelbescheid bereits im März vor, konnte man im April in die Ausschreibung der Arbeiten gehen und schließlich im Mai den Auftrag vergeben.

Kommentare (2)

ist in den allermeisten Fällen eine Stadtschrumpfung Ost. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man nicht wüsste, dass die Dörfer im Osten noch schneller schrumpfen. Besonders die kleinen. Noch lebt fast in jedem Haus ein Mensch. Das wird sich aber bald ändern. Der Leerstand wird dann nicht mehr zu übersehen sein.

Bis jetzt finden sich immer wieder Menschen aus dem Großraum Berlin , die hier die leerstehenden Häuser kaufen und ganz hübsch zu Wochenendhäuser herrichten. Es wird also nicht passieren, dass ganze Dörfer der Planierraupe zum Opfer fallen.