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Blaue Frösche balzen im Garten

Martina und Norbert Millner an ihrem 300 Quadratmeter großen Gartenteich. Sie freuen sich über blaue Moorfrösche und viele andere Bewohner des Feuchtbiotops. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm/Carl-Ludwig Köller

VonSusanne BöhmMartina und Norbert Millner erleben ein Naturschauspiel direkt hinterm Haus.Ihr 300 Quadratmeter großer Teichist ein artenreiches ...

VonSusanne Böhm

Martina und Norbert Millner erleben ein Naturschauspiel direkt hinterm Haus.
Ihr 300 Quadratmeter großer Teich
ist ein artenreiches Biotop.

Wrechen.Über ein Naturschauspiel direkt an ihrem Haus freuen sich Martina und Norbert Millner. In ihrem Gartenteich balzen die Moorfrösche. Laut glucksend und leuchtend blau buhlen die Männchen um ihre Weibchen. Für dieses Naturerlebnis wandern andere Menschen zu abgelegenen Tümpeln und legen sich stundenlang auf die Lauer. Martina und Norbert Millner genügt der Blick aus dem Wohnzimmerfenster. Die 44-Jährige und der 51-Jährige haben auf ihrem Grundstück in Wrechen ein artenreiches Biotop geschaffen.
Aus einer feuchten Senke haben sie einen 300 Quadratmeter großen Teich gebaggert – eineinhalb Meter tief, mit weidenbewachsener Insel und Schilf. Eine natürliche Tonschicht hält das Grund- und Regenwasser. Manchmal, wenn der Pegel stark sinkt, pumpen sie aus dem nahen Bach Wasser ab. Der Teichbau gehörte zu ihren ersten Amtshandlungen, als sie vor fünf Jahren aus Niedersachsen in die Feldberger Seenlandschaft zogen. Die Tiere kamen von allein. Wie viele verschiedene es werden würden, hätten beide anfangs nicht geglaubt. „Wir wussten schon, dass ein paar Frösche kommen. Aber wir hätten nicht gedacht, dass es so viele Arten werden.“
In das Glucksen der Moorfrösche mischt sich das „Uhh...uhh..uhh“ der Rotbauchunke. „Nachts und abends wird es hier ziemlich laut“, sagt Martina Millner. „So um Pfingsten herum wird es ein richtiges Froschkonzert geben“, beschreibt ihr Mann.
Die Frösche sind aber längst nicht die einzigen Bewohner des Feuchtbiotops. „Vögel fühlen sich hier total wohl – Schilfrohrsänger, Zaunkönig, massenhaft Schwalben, manchmal ein Reiher“, zählt Norbert Millner auf. Seine Frau freut sich besonders über ein Wild-entenpaar, das regelmäßig vor Ort ist und im vergangenen Jahr auf der Insel Küken groß gezogen hat. Eine Ringelnatter gleitet ins Wasser. „Das ist einfach schön“, sagt Norbert Millner.
Für menschliche Badegäste ist das Gewässer nicht geeignet, finden beide. „Da sind auch Blutegel drin.“ Aber Hunde freuen sich oft über ein Bad. Auch von denen gibt es einige auf dem Grundstück – die eigenen und viele Gasthunde, denn das Ehepaar betreibt eine Hundeschule.
Größere Um- oder Ausbauten haben beide an ihrem Teich nicht vor. „Vielleicht eine Brücke. Aber einen Springbrunnen oder ähnliches, so etwas brauchen wir nicht.“ Wichtig ist beiden nur: „Es muss so natürlich wie möglich sein“, damit die Frösche noch viele ihrer Konzerte geben.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier.de