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Blühendes Leben von der Lehre bis zur Rente

Die Gewächshäuser der Gärtnerei Rühe sind das zweite Zuhause von Else Rechlin.
Die Gewächshäuser der Gärtnerei Rühe sind das zweite Zuhause von Else Rechlin.
Susanne Böhm

Seit fast 50 Jahren arbeitet Else Rechlin bei der Gärtnerei Rühe in Mirow. Ein Wechsel kam für sie nie in Frage. Jetzt könnte sie sich zur Ruhe setzen – aber irgend­etwas hält sie im Betrieb.

Viele der Primeln und Stiefmütterchen, die in Mirows Gärten wachsen, sind durch die Hände von Else Rechlin gegangen. Die Gärtnerin arbeitet seit fast einem halben Jahrhundert in der Gärtnerei Rühe, von der Lehrzeit bis zum Ruhestand immer im selben Betrieb. Sie wirkt in dem Familienunternehmen als gute Fee im Hintergrund, in den Gewächshäusern, wo sie Blumen und Ge­müsepflanzen für den Verkauf vorbereitet.

48 Jahre lang hat sie gejätet, umgetopft, gegossen, gedüngt und pikiert. Jetzt, im Alter von 63 Jahren, könnte sie eigentlich in den Ruhestand gehen. So ganz aber mag sie sich  nicht zur Ruhe setzen. „Das kann ich mir noch nicht vorstellen. Das will ich noch nicht, mein Mann arbeitet ja auch noch.“ Darum radelt sie noch ein paar Mal wöchentlich zur Gärtnerei, hilft dort stunden­weise aus.

Dass sie ihrem Ausbildungsbetrieb fast 50 Jahre lang die Treue hielt, hat sich einfach ergeben. Als gebürtige Schwarzerin stammt sie aus der Region. Nie gab es einen Anlass, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. „Natürlich habe ich auch mal darüber nachgedacht, ­etwas Neues auszuprobieren, aber dann kam die Wende.
Da war ich überglücklich, den Job zu haben, und wollte ihn seitdem auch nie mehr hergeben.“