STRAßEN-AUSBAU

Blumenholz steht weiter kritisch zu B96-Plänen

Die Gemeinde hat mit dem frisch gegründeten Aktionsbündnis noch keinen Kontakt aufgenommen. Ihren Unmut hat sie aber längst auf Papier gebracht.
Heike Sommer Heike Sommer
Mit dem Ausbau der B 96 bekommt Weisdin eine Ortsumgehung.   
Mit dem Ausbau der B 96 bekommt Weisdin eine Ortsumgehung. Heike Sommer
Neustrelitz.

Ihren Unmut zu den Ausbauplänen der B96 hat die Gemeinde Blumenholz schon vor vielen Monaten schwarz auf weiß zum Ausdruck gebracht. „Unsere Stellungnahme liegt den Verantwortlichen lange vor, doch eine Reaktion darauf gab es bis heute nicht“, sagt Gerd Schock. Er ist Bürgermeister der Gemeinde Blumenholz, die wohl mit am stärksten von den Plänen betroffen ist. Immerhin liegen 12,5 der insgesamt 20 Kilometer der auszubauenden Strecke auf Gemeindegebiet, sollen die Ortsteile Usadel und Weisdin Ortsumgehungen erhalten und für etliche Dörfer die alten Anbindungen an die neue Bundesstraße gekappt werden.

Finanzprobleme befürchtet

„Dieser Ausbau bringt uns nur Nachteile“, kann Gerd Schock nur immer wieder betonen. Er und die Gemeindevertretung von Blumenholz befürchten gravierende finanzielle Schwierigkeiten. „Wer soll denn für die Unterhaltung der alten B96 und der vielen Zubringer-Straßen aufkommen“, fragt er. Denn faktisch soll ein Großteil der B96 zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg auf eine parallele Trasse verlegt werden. „Egal, ob man die Ortsumgehungen in Usadel und Weisdin gut findet oder nicht, Fakt ist, sie kommt uns teuer zu stehen“, ist Schock überzeugt. Vom neu ins Leben gerufenen Aktionsbündnis „B96-Ausbau-so nicht“ habe er zwar gelesen, aber seine Erfahrungen im Umgang mit den Planungsbehörden und Entscheidungsgremien seien nicht so gut, als dass er sich Hoffnung macht, gehört zu werden. In der Gemeindevertretung habe man sich dazu noch keine Meinung gebildet.

Bürgermeister glaubt nicht an zeitnahen Baustart

Bis jetzt steht Gerd Schock dem B96-Ausbau gelassen gegenüber. Es werde schon solange darüber geredet, dass er an einen zeitnahen Baustart nicht glaubt. „Ich bin seit 24 Jahren Bürgermeister und solange steht die B96 zur Diskussion, ohne dass etwas passiert ist. Solange ich im Amt bin, wird sich daran nichts ändern“. Neben den zu befürchtenden Kosten für die Gemeinde seien auch die Umwege für die B96-Anrainer-Dörfer nicht zu akzeptieren. „Von Weisdin muss man dann über Blumenholz nach Neustrelitz fahren. Dabei liegt die Stadt vor der Haustür“, sagt er.

Das Aktionsbündnis, in dem sich die Umweltverbände BUND und Nabu mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Arbeitskreis „Lebendiges Fürstenberg“ und dem Kreisverband der Grünen zusammengefunden haben, will die Planer zum Umdenken bewegen. Es ist davon überzeugt, dass für flüssigen und sicheren Verkehr auf B96 die Erweiterung der bestehenden Trasse um Ausweich- beziehungsweise Überholspuren sowie Tempo-Begrenzung in den Ortschaften ausreiche.

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