GESPERRTE ETAGE

Bröckeldecke im Mirower Schloss ist bald wieder sicher

Später als geplant wird die obere Etage des 3  Königinnen Palais in Mirow wieder eröffnet. Sie ist seit dem Absturz von Putz gesperrt. Die Reparatur ist gar nicht so einfach.
Sabine Lauffer von der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte gefällt die neue Decke im 3 Königinnen Palais in Mirow. Bald dürfen wieder Besucher in die Räume.
Sabine Lauffer von der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte gefällt die neue Decke im 3 Königinnen Palais in Mirow. Bald dürfen wieder Besucher in die Räume. Susanne Böhm
Joachim Thal (am Keyboard) hat eine Ausstellung über die Mirower Pfarrersfamilie Giesebrecht zusammengestellt. Sie wurde am Wochenende eröffnet.
Joachim Thal (am Keyboard) hat eine Ausstellung über die Mirower Pfarrersfamilie Giesebrecht zusammengestellt. Sie wurde am Wochenende eröffnet. Susanne Böhm
Mirow.

Die Ausstellung im Obergeschoss des 3 Königinnen Palais in Mirow kann nicht wie geplant im Frühjahr wieder eröffnet werden, sondern voraussichtlich erst im Frühsommer. Für Sabine Lauffer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte, ist das eine gute Nachricht. Es hätte gut sein können, dass die Deckensanierung noch länger dauert, denn die Arbeiten seien diffizil und zeitaufwendig.

Im vergangenen Sommer waren ausgerechnet in der besucherstarken Zeit große Teile Putz von der Decke des Nebengebäudes des Mirower Schlosses gefallen. Zum Glück befanden sich in dem Moment keine Besucher in dem Raum. Sabine Lauffer hatte vorsichtshalber das gesamte Obergeschoss sperren lassen. „Ich habe das Haus sofort geschlossen und alle Eventualitäten überprüfen lassen.“ Das Welcome-Center im Erdgeschoss mit Shop, Ausstellung und Café konnte geöffnet bleiben, aber in der oberen Etage mussten in drei Räumen die Decken erneuert werden. Im Herbst begannen die Arbeiten. Jetzt sind sie fast geschafft. Die Räume wirken heller als vorher.

Rekordsommer schuld am Deckenabsturz

„Es ist richtig schön geworden. Die Leute haben sehr sauber gearbeitet“, sagte Sabine Lauffer am Wochenende. Sie habe großen Respekt vor den verschiedenen Gewerken, denn die Arbeiten in dem alten Haus würden viel Sorgfalt und Erfahrung erfordern. „Nicht jeder, der mauern kann, kann diese Arbeiten ausführen.“ Neben dem handwerklichen Können habe der Auftrag den Bauleuten auch viel Belastbarkeit abverlangt. „Das war eine sehr staubige Angelegenheit.“

Ursache für den Deckenabsturz war wohl der sehr heiße und trockene Sommer 2018. Das haben baufachliche Untersuchungen ergeben. Hitze sorgte für thermische Spannungen. Eine Schicht löste sich von der anderen. Der moderne Putzträger, der bei einer vorangegangenen Sanierung verwendet wurde, bewährte sich nicht. Bei der Reparatur wurden daher nach historischem Vorbild wieder Schilfmatten verwendet. Um auszuschließen, dass es zu weiteren Abstürzen kommt, wurden gleich alle Decken erneuert, insgesamt 240 Quadratmeter. Bis die Restarbeiten erledigt sind, bleibt die obere Etage für Besucher gesperrt. Sicher ist sicher.

Land trägt Sanierungskosten

Unten gibt es hingegen einiges zu sehen. Ein Besuch im 3 Königinnen Palais lohnt sich also trotzdem. Am Wochenende wurde eine Ausstellung über die Pfarrersfamilie Giesebrecht eröffnet, die im 18. und 19. Jahrhundert in Mirow und darüber hinaus aktiv war. Namhafte Wissenschaftler, Politiker und Pädagogen entstammen der Familie. Der pensionierte Pastor Joachim Thal hat ihre Geschichte aufgearbeitet. In der Ausstellung sind einige Exponate aus dem Nachlass der Familie zu sehen.

Das Land ist Eigentümer des Gebäudes, das einst als Kavaliershaus für die Hofhaltung der Strelitzer Herzöge in Mirow genutzt wurde. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat sich mit dem 3 Königinnen Palais eingemietet. Die Kosten für die Deckensanierung belaufen sich auf rund 93 000 Euro und werden vom Land getragen.

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