ERGEBNISSE LIEGEN VOR

Brunnenwasser im Strelitzer Land untersucht

Der überwiegende Teil der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutzes ist erfreulicherweise ohne Auffälligkeiten. Zehn Prozent der Strelitzer Brunnen weisen jedoch Verunreinigungen auf.
Milan Toups, gerade im Bundesfreiwilligendienst beim VSR-Gewässerschutz, untersucht eine Brunnenwasserprobe im Labormobil.
Milan Toups, gerade im Bundesfreiwilligendienst beim VSR-Gewässerschutz, untersucht eine Brunnenwasserprobe im Labormobil. Gerhard Seybert, Medien & Presse Service
Neustrelitz ·

Das Testmobil des VSR-Gewässerschutzes hatte Anfang Juli in Neustrelitz Station gemacht. Nutzer von Brunnen konnten Wasserproben abgeben und auf ihren Inhalt testen lassen, etwa hinsichtlich des Schadstoffgehalts. Jetzt liegen die genauen Ergebnisse aus dem Labor vor. Demnach ist der Großteil der Wasserproben aus Neustrelitzer Brunnen unbedenklich.

„Erfreulicherweise haben wir festgestellt, dass fast neunzig Prozent der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Auf diese Weise können viele Brunnennutzer kostbares Leitungswasser sparen und mit den Trinkwasservorräten nachhaltig umgehen. Viele Menschen waren am 8. Juli an den Informationsstand in Neustrelitz gekommen, um speziell abzuklären, ob sie mit ihrem Brunnenwasser ein Planschbecken befüllen können. 59 Wasserproben von privat genutzten Brunnen aus den Regionen Neustrelitz, Mirow und Userin wurden von dem Umweltverein untersucht.

Jeder zwölfte Brunnen bakteriell belastet

Das Ergebnis zeige aber auch, dass es wichtig ist, Gesundheitsrisiken zu erkennen und auszuschließen. Häufigster Ausschlussgrund für eine Badewassernutzung sei in den verunreinigten Proben eine hohe bakteriologische Belastung mit coliformen Keimen und E.coli-Bakterien gewesen. Die Belastungen seien in diesen Fällen derart hoch gewesen, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen könne, warnt Bareiß-Gülzow. Hiervon war jeder zwölfte Brunnen betroffen.

Das Wasser muss zum Befüllen eines Pools dabei keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings sind die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür da, starke Belastungen im Füllwasser zu beseitigen. Die Bakterien können zum Beispiel über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser geraten. Allerdings ist häufig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belastet, sondern die Bakterien dringen bei starken Regenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen ein. „Daher raten wir den Brunnenbesitzern, bei einer bakteriologischen Belastung erst mal zu überprüfen, ob Regenwasser in den Brunnen gespült wird“, sagt Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz.

Zusammen mit Milan Toups, der gerade seinen Bundesfreiwilligendienst im Verein absolviert, hat Gülzow die Proben untersucht. In einem Fall wurde sehr viel Eisen festgestellt. „Eisenhaltiges Brunnenwasser führt zu keiner Gesundheitsgefahr“, gibt Gülzow Entwarnung, fügt aber hinzu, dass es den Badespaß vermiesen könne. Das Eisen bewirke nach ein paar Tagen eine unschöne Verfärbung des Wassers und führe zu Ablagerungen. Wer eisenhaltiges Wasser dennoch fürs Planschbecken nutzen möchte und nicht das kühle Nass nicht ständig wechseln will, dem rät der VSR-Gewässerschutz zu einer Sandfilteranlage für Pools.

Auf Nitratkonzentration untersucht

Was die Nitrat-Belastung betrifft, so haben die Untersuchungen bei lediglich fünf Prozent der Brunnen eine zu hohe Konzentration zum Befüllen eines Planschbeckens festgestellt. Aus Sicht des VSR-Gewässerschutzes ein erfreuliches Ergebnis.

Der Verein klärte die Brunnenbesitzer zudem darüber auf, dass es dringend nötig ist, auch mit dem oberflächennahen Grundwasser nachhaltig umzugehen. Am Info-Stand bekamen die Bürger Tipps, wie jeder einzelne Gartenbesitzer dazu beitragen kann, dass das Grundwasser wieder aufgefüllt wird. Der VSR-Gewässerschutz rät zum Beispiel, das Regenwasser vom Dach im Garten versickern zu lassen und nicht über die Kanalisation zu entsorgen.

Am besten eignet sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedert und dafür sorgt, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt wird.

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