Beschädigter Häcksler

Bürger sehen sich zu Unrecht verdächtigt

Insgesamt 21 Bäume sollten zwischen Klein Lukow und Carlstein gefällt werden. Doch die Arbeiten mussten gestoppt werden. Das Unternehmen befürchtete Sabotage.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Weshalb die Fällungen notwendig waren, darüber sollen die Einwohner erst spät informiert worden sein.
Weshalb die Fällungen notwendig waren, darüber sollen die Einwohner erst spät informiert worden sein. Jana Wolf
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Klein Lukow.

Leo Kraus ist empört. Kaum war die Rede von einem beschädigten Holzhäcksler einer Neubrandenburger Landschaftsbaufirma, sieht er Klein Lukower und Carlsteiner Bürger in Verruf gebracht. Das Unternehmen war von der Penzliner Verwaltung beauftragt worden, 21 Bäume entlang der Gemeindestraße zu fällen. Die elf Ulmen und zehn Linden seien krank – einige von ihnen wiesen den sogenannten Brandkrustenpilz auf, andere eine zu geringe Wandstärke.

Weil nun der Firmenchef bei dem beschädigten Häcksler einen Sabotageakt als Ursache vermutete, sieht man sich als Bürger angegriffen und unschuldig unter Verdacht gestellt. Leo Kraus als auch Einwohnerin Jana Wolf distanzieren sich persönlich als auch im Namen der weiteren Einwohner von einem möglichen „Racheakt“, bei dem eine Eisenstange im Holzhacker landete und diesen zum Stillstand brachte.

Fällungen kritisiert

Bürger hatten die Fällungen laut Hans Wegner, Chef des Landschaftsbaubetriebes, mit kritischem Auge beobachtet. Wegner sprach aber keinen konkreten Verdacht aus. Nach Ansicht des Carlsteiners Leo Kraus sei allein der vermutete Sabotageakt ein Schuss gegen die Leute vor Ort. „Es ist nichts Widerrechtliches daran, wenn die Leute sich dafür interessieren, was in ihrem Ort und mit den Bäumen hier passieren“, äußert er sich voller Unverständnis am Freitag. Er zählt zu etwa sieben Einwohnern aus beiden Orten, die sich zu Wochenbeginn besorgt über die geplanten Fällungen äußerten. Offen zweifelten sowohl er auch als andere Bürger an, dass die Baumallee mit den Baumgiganten derart ausgedünnt werden müsse.

Man hatte sich sowohl bei der Penzliner Amtsverwaltung als auch beim Umweltamt versucht, Gehör zu verschaffen. Nun, nachdem die Bäume zum Großteil bis auf den Stumpf heruntergeschnitten sind, stelle sich wieder die Frage: Wie krank kann ein Baum sein, dessen Stumpf keine Aushöhlungen aufweise, fragt Kraus skeptisch. Ein Interesse am Erhalten der Bäume kann ihnen nicht abgesprochen werden, „aber dafür würden wir nicht zu kriminellen Handlungen greifen“, sagt Kraus.

Baumschau im Jahr 2018

Die Amtsverwaltung Penzlin hatte mit dem Umweltamt des Landkreises 2018 eine Baumschau vorgenommen. Bei dieser seien die Bäume als Risiko für Verkehrsteilnehmer durch Instabilität diagnostiziert worden, heißt es seitens der Verwaltung.

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Kommentare (3)

Von solchen Aktionen des Baumfrevels haben sicher auch die beiden Jugendlichen gelernt das man auch ohne Bestrafung davon kommt. Schade nur um die kleinen Bemühugen der Anwohner die Bäume jahrzehnte lang zu schützen und zu erhalten. Die große Politik hat wieder einmal gewonnen.Bei den nächsten Wahlen haben alle dann eine Alternative!!!!

Wo ist eigentlich der NABU und die rot-grüne Volksverräterfront abgeblieben??? Gerade wenn es darum geht, politische Klimaziele umzusetzen sind sie doch sonst gleich zur Stelle und besetzen Bäume und ganze Wälder. Ich frag mich aber auch, wo ist Demokratie in diesem Land noch erlebbar, wenn eh nur noch korrupte Sesselfurzer und Bonzen in den Behörden über den Köpfen der Bürger hinweg entscheiden dürfen? Man hätte darüber in Klein Lukow abstimmen sollen, was an Bäumen bleibt und was gefällt werden muss. Als Bürger bleibt dann nur wieder der Griff zur Eisenstange.

Hundertjährige Alleen müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie sicher sind. Das kostet Geld. Wenn sie weg sind spart man dieses Geld. Ich sehe es immer wieder: kerngesunde Bäume einfach gefällt. Und es blutet mir das Herz!