BADEORDNUNG

Bürgermeister bekommt Gegenwind für Baderegeln

Das Thema Naturbadestellen beschäftigt Stadtvertreter und Verwaltung in Neustrelitz. Kopfschütteln erntet der Entwurf einer Haus- und Badeordnung, mit der der Bürgermeister offenbar der Regelungswut verfallen ist.
Handys verboten, Glas und Porzellan verboten, Baden vorm Frühstück verboten ? Die Vorschläge des Bürgermei
Handys verboten, Glas und Porzellan verboten, Baden vorm Frühstück verboten ? Die Vorschläge des Bürgermeisters zur Badeordnung stoßen auf Kritik. NK-Collage, Fotos: Marlies Steffen, zkyclear, peacefully7-stock.adobe.com
Neustrelitz.

Hier ist wohl einer über das Ziel hinaus geschossen: Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) möchte es in Sachen Neustrelitzer Naturbadestellen jetzt ganz genau wissen und hat eine Haus- und Badeordnung entworfen. Angesichts der darin enthaltenen Regelungen sehen nun sogar Mitarbeiter aus der Verwaltung selbst Gesprächsbedarf mit dem Stadtoberhaupt.

Dezernenten wünschen sich Änderungen

Baudezernent Karsten Rohde (SPD) kündigte am Dienstag bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau an, dass er und sein Dezernenten-Kollege Christian Butzki (CDU) den Bürgermeister dazu bewegen wollen, die von ihm angestrebte Haus- und Badeordnung für die Dorfbadestellen der Stadt Neustrelitz mit weniger Sanktionen zu versehen. Dass man „keine Porzellantasse“ mit an den Strand nehmen dürfe und auch kein Mobiltelefon, sei nicht im Sinne der Gäste der Badestelle, so Rohde. Außerdem machte der Dezernent geltend, dass es nicht angemessen sei, an den Badestellen in Fürstensee, KleinTrebbow und Prälank das Baden nur von 8 bis 20 Uhr zu erlauben. Die Leute würden auch früh morgens und spät abends baden gehen wollen.

Keine Gitarre im Badegepäck?

In der Tat sieht der Entwurf der Hausordnung vor, dass an den Badestellen „Behälter aus Porzellan oder Glas“ nicht benutzt werden dürfen. Der Bürgermeister befürchtet offenbar sogar, dass Fernsehgeräte mit an den Strand geschleppt werden. Auch die Benutzung von Musikinstrumenten und Tonwiedergabegeräten möchte er untersagen.

Die Haus- und Badeordnung ist Bestandteil der Beschlussvorlage, die die Verwaltung zum Thema Badestege an unbewachten Badestellen beschließen lassen möchte. Die Vorlage hatte sich bereits auf der Tagesordnung der Stadtvertretersitzung im Mai befunden, wurde aber damals auf Beschluss der Kommunalpolitiker gecancelt. Eine Mehrheit gab es hingegen für die Vorlage der Stadtvertretung, wonach es an den zu erhaltenden Stegen keine umfassenden baulichen Eingriffe geben soll und wonach die Badestege lediglich wöchentlich zu überprüfen sind und Mängel sofort beseitigt werden sollen. Zudem sollen Schilder auf unbewachte Badestellen verweisen. Hintergrund für die Diskussion ist ein Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofes nach einem Badeunfall.

Im Ausschuss abgelehnt

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau fand die Vorlage der Verwaltung am Dienstagabend indessen trotz der Ankündigung, die Badeordnung zu überarbeiten, keine Freunde. Sie wurde einstimmig abgelehnt. Es wurde auf den bereits vorhandenen Beschluss der Stadtvertreter verwiesen. Gegen diesen hatte der Bürgermeister allerdings Widerspruch erhoben. Aus Sicht der Verwaltung sind bislang haftungsrechtliche Fragen nicht ausreichend geklärt. Das sieht die Stadtvertretung nicht so. Das Thema wird am 18. Juni in der Sitzung dieses Gremiums erneut behandelt. Andreas Grund war bei der Ausschusssitzung am Dienstag urlaubsbedingt abwesend.

Werden die Stege abgerissen?

Während der Beratung ging es auch um den von der Stadt signalisierten Abriss der Stege in Prälank. Diese sollen verschwinden, weil sie stark reparaturbedürftig und sehr schmal seien. Ein Unterschwimmschutz sei nicht vorhanden und ein Einbau würde an beiden Stegen erheblichen Aufwand verursachen, argumentiert das Stadtoberhaupt. Zudem verweist der Bürgermeister auf den stark schwankenden Wasserstand des Prälank-Sees in den vergangenen beiden Sommern. Dies habe bis zu einem halben Meter Unterschied ausgemacht.

Stadtvertreter Martin Kley (SPD), der als Gast in der Ausschusssitzung Rederecht erhielt, verdeutlichte indessen, dass aus seiner Sicht der Steg in Prälank der stabilste von allen sei. Hier bezog er sich allerdings auf die Unterkonstruktion aus Stahl.

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Kommentare (3)

Entpuppt sich da ein Bürgermeister als kleiner Möchtegerndiktator

Von 8-20 Uhr? Was kommt als nächstes, FKK Verbot, Ganzköperbadeanzugpflicht? Stellt lieber mehr Mülleimer an die Badestellen!

dürfen von 20-8 Uhr keine schwarzen Menschen schwimmen gehen.
Ich sehe da ganz klar Rassismus.
Hier muss gehandelt und demonstriert werden.