Eine Rede zur Einweihung des Neustrelitzer Schlossbergs als „Ort der Demokratiegeschichte” hatte für Aufregun
Eine Rede zur Einweihung des Neustrelitzer Schlossbergs als „Ort der Demokratiegeschichte” hatte für Aufregung gesorgt. Marlies Steffen
Eklat auf dem Schlossberg

Bürgermeister kritisiert Corona-Rede bei Demokratie-Veranstaltung

Der Bürgermeister von Neustrelitz hat den Sonntag auf dem Schlossberg als „missbrauchte Bühne“ und als Absturz erlebt.
Neustrelitz

Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) hat die Vorkommnisse um die Enthüllung einer Erinnerungstafel „Ort der Demokratiegeschichte“ auf dem Neustrelitzer Schlossberg als „Absturz“ und als missbrauchte Bühne klassifiziert und das Verhalten des Residenzschlossvereins scharf kritisiert. „Wir lernen: direkt unter dem Leuchtturm der Demokratie ist es (noch) ziemlich finster!“, erklärte Grund mit Blick auf die Rede, die der Vereinsvorsitzende Jürgen Haase bei der Enthüllung der Erinnerungstafel am Sonntag gehalten hatte.

Der Residenzschlossverein Neustrelitz hatte die Enthüllung einer Tafel „Ort der Demokratiegeschichte“ genutzt, um mit der Demokratie in Deutschland in ihrer jetzigen Form abzurechnen und vor allem gegen die Corona-Politik der Bundesregierung zu Felde zu ziehen. Der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Haase, verlas nach eigenem Bekunden den Wortbeitrag eines Juristen, nannte allerdings den Autor nicht namentlich.

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In dem nicht selbst von dem Vereinsvorsitzenden verfassten Text war es im Zusammenhang mit der Corona-Politik in Deutschland um eine Abrechnung mit dem Rechtsstaat gegangen. Aus der Sicht des Bürgermeisters muss noch hart gearbeitet werden, bis ein Leuchtturm der Demokratie Wirklichkeit werden kann. „Einseitige Darstellungen können viel Schaden anrichten, selbst wenn der Anlass positiv gemeint und gedacht war“, machte Andreas Grund deutlich.

„Richtige Worte” sollen formuliert werden

Er gehe aber davon aus, dass die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ für die Stadt weiter hilfreich sein kann. Grund hofft, dass die richtigen Worte im Namen der Neustrelitzer in Sachen „Ort der Demokratiegeschichte“ noch formuliert werden.

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Die Arbeitsgemeinschaft hat bislang deutschlandweit mehr als 130 Orte benannt, an denen Demokratiegeschichte geschrieben wurde. Das auf dem Neustrelitzer Schlossberg 1919 verabschiedete Strelitzer Landesgrundgesetz war die erste in Kraft getretene demokratische Verfassung der deutschen Geschichte. Das Parlament des noch jungen Freistaats war damals im ehemaligen Residenzschloss zusammengekommen.

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