Lehrermangel an der Grundschule
Bürgermeister lädt zum Krisengespräch

Nach Angaben von Eltern sollen insgesamt 162 Schüler von lediglich vier Lehrern unterrichtet werden.
Nach Angaben von Eltern sollen insgesamt 162 Schüler von lediglich vier Lehrern unterrichtet werden.
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So etwas hat es bisher wohl noch an keiner Neustrelitzer Schule gegeben. Doch an der Daniel-Sanders-Grundschule ist der Lehrermangel so massiv, dass die Eltern in Sorge um die Bildung ihres Nachwuchs an verschiedenen Stellen auf das Problem aufmerksam machen.

35 Eltern von Jungen und Mädchen, die an der Neustrelitzer Grundschule Daniel Sanders lernen, haben Bürgermeister Andreas Grund um Hilfe gebeten. Sie wollen auf den massiven Lehrermangel an der Daniel-Sanders-Grundschule aufmerksam machen. „Darauf musste ich reagieren“, sagte Stadtoberhaupt Andreas Grund am Mittwoch. Für den Donnerstag hat er eine Krisensitzungen einberufen. Grund bezeichnet das Treffen als Eltern-Informationsabend. Doch dabei wird es nicht bleiben.

Denn nicht nur die Eltern und Lehrer der betroffenen Bildungsstätte sind in den Rathaussaal eingeladen, sondern auch Vertreter von Eltern aller Grundschulen der Stadt, Amtsleiterin und Ausschussvorsitzender Bildung und Soziales, der Stadtpräsident, das Schulamt des Landkreises, das staatliche Schulamt, Vertreter des Bildungsministeriums und auch die Landtagsabgeordneten der Region, informierten Elternvertreter am Mittwoch den Nordkurier.

Schon vor ein paar Wochen meldeten sich besorgte Eltern

Dabei soll es um die derzeitige Situation an der Bildungsstätte gehen, um die Absicherung des Unterrichts und den Unterrichtsausfall. Bereits vor einigen Wochen hatten sich Eltern ebenfalls an den Nordkurier gewandt und die Zustände an der Schule beschrieben. Demnach werden insgesamt 162 Schüler von lediglich vier Lehrern unterrichtet. Die Eltern hatten zu dem Zeitpunkt beschrieben, dass die Pädagogen alles erdenkliche versuchen, um den Schulstoff zu vermitteln. Von Parallel- und jahrgangsübergreifendem Unterricht wurde berichtet. Die Lehrer seien in einer Unterrichtsstunde in mehreren Klassenräumen aktiv. Im Sportunterricht sei ein Lehrer schon mal für 70 Schüler verantwortlich. Von ursprünglich sieben Pädagogen sind aus gesundheitlichen Gründen nur vier in der Schule, um den Rahmenplan zu erfüllen. Das sei, so die Eltern, eine Zumutung nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Pädagogen. Ihre Kritik richteten die Erziehungsberechtigten deshalb nicht an die Bildungsstätte, sondern an das Land.

Auch dem Neustrelitzer Bürgermeister sind die Hände gebunden, wenn es um die Besetzung von Lehrerstellen geht. Die Schule befindet sich zwar in Trägerschaft der Stadt. Die Stellenbesetzung obliegt jedoch einzig und allein dem Land. Dem Bildungsministerium sind die Zustände an der Altstrelitzer Schule bekannt. „Der Unterrichtsstoff wird laut Rahmenplan vermittelt“, hatte Ministeriumssprecher Henning Lipski noch vor einigen Wochen versichert und versucht, damit den Vorwurf zu entkräften, dass unter diesen Umständen womöglich nicht ausreichend Wissen vermittelt werden könne.

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