Die Feldberger Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt möchte, dass das Wolfsmonitoring transparenter wird. Denn es
Die Feldberger Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt möchte, dass das Wolfsmonitoring transparenter wird. Denn es gibt in der Region Probleme mit Wölfen, die sich bis in Siedlungen vorwagen. Bernd Thissen/dpa
Die Feldberger Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt erhält in Sachen Problemwolf jetzt Unterstützung von den
Die Feldberger Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt erhält in Sachen Problemwolf jetzt Unterstützung von den SPD-Bundestagsabgeordneten Erik von Malottki (Mitte) und Johannes Arlt. Archiv
Umwelt

Bundespolitiker sagen bei Problemwolf in Feldberg Hilfe zu

In der Feldberger Seenlandschaft taucht der Wolf immer wieder in besiedelten Orten auf. Auf den Antrag auf einen Wolfsabschuss reagierte der Landkreis bislang aber nicht.
Feldberg

In Sachen Wolfsproblematik in der Feldberger Seenlandschaft hat sich jetzt die Bundespolitik eingeschaltet. Der aus Greifswald stammende Bundestagsabgeordnete Erik von Malottki (SPD) war mit seinem Neustrelitzer Fraktionskollegen Johannes Arlt in der Gemeinde. Die Feldberger Seenlandschaft gehört zu Malottkis Bundestagswahlkreis. Zusammen mit Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) und der SPD-Bundestagsabgeordneten Franziska Kersten, die als Wolfsexpertin gilt, wurden auch Orte aufgesucht, an denen der Wolf gesichtet wurde.

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„Es gibt keine einfache Lösung”

„Wir haben den Hilferuf der Bürgermeisterin, die sich allein gelassen fühlt, gehört“, resümierte Johannes Arlt. Allerdings sei die Materie schwierig und es gebe keine einfache Lösung, räumte Arlt mit Blick auf geltendes EU-Recht ein. Der Bundestagsabgeordnete kündigte aber an, dass er sich zusammen mit Erik von Malottki für das Recht auf Entnahme von Wölfen aus zu groß gewordenen Populationen stark machen werde. Dieses sei eine Forderung im Koalitionsvertrag, aber noch nicht im Bundesrecht verankert. Zudem versprach Alt Unterstützung für die Gemeinde, falls weitere Anträge auf Entnahme eines Wolfes gestellt werden müssten. Es bleibe eine komplizierte Thematik. Denn selbst, wenn ein Wolf abgeschossen werde, wisse man nicht, ob es der Wolf sei, der zuvor für Probleme gesorgt habe.

Wolf am Badesteg gesichtet

Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt hatte im Januar erneut einen Antrag auf Entnahme eines Wolfes gestellt. Dem vorausgegangenen waren mehrere Wolfsbegegnungen im Ortsteil Feldberg. Zwischenzeitlich sind weitere hinzukommen. Ernst zu nehmende Vorfälle gab es demnach auf dem Biohof der Familie Keller in Triepkendorf/Hochfeld. Dort ist ein Wolf direkt auf den Hof der Familie, die Schafe, Rinder und Hühner hält, eingedrungen. Der Schafbestand wurde daraufhin veräußert. Die letzte Sichtung war in der vergangenen Woche, ein Zeuge beobachtete den Wolf in Neugarten am Badesteg, also auch in unmittelbarer Siedlungslage, konstatierte die Bürgermeisterin.

Entscheidung spätestens im Juni?

Wie Bürgermeisterin von Buchwaldt deutlich machte, ist der Antrag von Januar noch nicht beschieden worden. Nach Auffassung der unteren Naturschutzbehörde würden aktuell noch die fachlichen Voraussetzungen zur Entnahme fehlen. Spätestens im Juni 2022 sei demnach vorgesehen, eine Entscheidung zu fällen. Ein erster Antrag der Bürgermeisterin auf Wolfsabschuss war im Dezember abgelehnt worden (der Nordkurier berichtete).

Offene Fragen

Nach dem Gespräch mit den drei Bundestagsabgeordneten findet die Bürgermeisterin erneut klare Worte für das Vorgehen des Landes. Sie erwartet, dass das Wolfsmonitoring transparent gemacht wird: Wie viele Tiere gibt es wirklich? Diese Frage müsse beantwortet werden. Besonders starke Wolfspopulationen gebe es in Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachen sowie Sachsen-Anhalt, in Bayern und Baden-Württemberg gebe es erstaunlicherweise kaum Wölfe. Warum das so ist, müsse hinterfragt werden.

Zudem erwartet von Buchwaldt eine Entbürokratisierung des Begriffs Problemwölfe und die Definition über eine verträgliche Obergrenze mit klaren Aussagen, was bei Erreichen dieser Obergrenze getan werden müsse. Ansonsten erscheint „das Monitoring nicht zielführend und wird zum Selbstzweck“.

Wölfe auf Internetseite melden

Die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft hat nach einer Videokonferenz mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus, dem Wolfsmanagement des Landes, dem Wolfsmonitoring, dem Forstamt Lüttenhagen und dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft die Landes-Internetseite „Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern“ mit der gemeindlichen Internetseite verknüpft. Bürger, die Wölfe gesichtet haben, sollten dies unverzüglich melden. Möglichst mit Foto, hieß es aus Feldberg. https://wolf-mv.de

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