BUNDESRAT

Ehrenamtsstiftung kommt nach Neustrelitz

Die Zweifel am Standort Neustrelitz für die Ehrenamtsstiftung werden immer mehr aus dem Weg geräumt. Jetzt hat der Bundesrat ein klares Zeichen für die Stadt in der Mecklenburgischen Seenplatte gesetzt.
In dieses Haus in der Neustrelitzer Tiergartenstraße soll die Ehrenamtsstiftung einziehen.
In dieses Haus in der Neustrelitzer Tiergartenstraße soll die Ehrenamtsstiftung einziehen. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Die Ehrenamtsstiftung am Standort Neustrelitz ist auf den Weg gebracht. Am Freitag hat der Bundesrat dem Gesetz zur Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt zugestimmt. Damit gibt es erstmals eine gesamtdeutsche Stiftung zur Förderung ehrenamtlicher Strukturen in der Bundesrepublik, teilte das Ministerium für Inneres und Europa mit.

Innenminister Lorenz Caffier begrüßte in seiner Rede im Bundesrat die Einrichtung der Stiftung und die Standortwahl: „Das, was unsere Gesellschaft trägt, ist das Engagement der Millionen Menschen. Ob im Sport, bei der Feuerwehr, ob in der Kultur, in der Jugendarbeit, beim THW, in der Wohlfahrtspflege oder in den Kirchen. Ohne Ehrenamt würden viele Räder nicht ineinandergreifen können. Viele Bundesländer haben mit eigenen Ehrenamtsstiftungen Zeichen gesetzt, um ehrenamtliche Arbeit zu würdigen und zu unterstützen. Deshalb ist es ein gutes Signal und Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt, dass wir genau das nun auch auf Bundesebene tun und auch auf Bundesebene eine zentrale Anlaufstelle errichtet wird.“

Neuansiedlungen in strukturschwachen Regionen

Die Stiftung soll in Abstimmung mit bereits bestehenden Bundesprogrammen ehrenamtliches Engagement insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Räumen stärken und sinnvoll unterstützen, zum Beispiel bei rechtlichen und organisatorischen Fragen oder der Beantragung von Fördermaßnahmen.

Dass diese Stiftung nach Neustrelitz kommt, ist auch ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“, die der Bund ins Leben gerufen hatte. Neuansiedlungen von Behörden sollen danach künftig bevorzugt in strukturschwachen Regionen und in Klein- und Mittelstädten vorgenommen werden. Dafür hatte sich auch die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt.

Deutscher Kulturrat hatte Standort scharf kritisiert

„Als Minister eines Bundeslandes, das von Strukturschwäche stärker betroffen ist, als andere Regionen und in dem Klein- und Mittelstädte der Normalfall sind und auch als Neustrelitzer, das gebe ich offen zu, bin ich für dieses Signal ausgesprochen dankbar“, so Caffier.

Der Deutsche Kulturrat hatte im Januar den Standort Neustrelitz scharf kritisiert. Geschäftsführer Olaf Zimmermann hatte es für aussichtslos gehalten, in Neustrelitz genügend Personal zu finden oder genügend Menschen zu motivieren, nach Neustrelitz zu ziehen. Bei der Ehrenamtsstiftung in Neustrelitz sollen bis zu 100  Mitarbeiter arbeiten. Die Behörde bekommt ihren Sitz in der Tiergartenstraße.

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Kommentare (1)

Die Stiftung soll über ein Budget von 30 Mio Euro/Jahr verfügen. Davon sollen 10 Mio Euro für die 100 Mitarbeiter und die dafür erforderlichen Sachkosten aufgewandt werden. Das heißt 1/3 für den Wasserkopf. Quelle: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw50-pa-familienausschuss-669280

Gebt das Geld lieber komplett den Ehrenamtlichen. Es gibt bereits ausreichend Strukturen, um es zu verteilen: Landesförderinstitute, Kommunen... Nur kann man sich dann ja nicht so öffentlichkeitswirksam auf die Schulter klopfen, was man alles für die Ehrenamtlichen macht. Und der ein oder andere Versorgungsposten für gescheiterte Parteimitglieder wird sich auch noch in der Stiftung finden.