NEUES AUS DER REGION

Bunte Parade für mehr Gleichberechtigung

Neun Kilometer liefen am Wochenende hunderte Menschen durch Neustrelitz. Beim Christopher Street Day (CSD) wollten sie – unter Corona-Auflagen – ein Zeichen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt setzen.
Abstand üben – das war am Sonnabend auf dem Bahnhofsvorplatz  vor dem Umzug zum Christopher Street Day angesagt. De
Abstand üben – das war am Sonnabend auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Umzug zum Christopher Street Day angesagt. Der Umzug führte anschließend mehrere Stunden durch Neustrelitz. Marlies Steffen
Neustrelitz ·

Rund 420 vorwiegend junge Leute haben am Sonnabend in Neustrelitz im Rahmen des Christopher Street Days (CSD) für Toleranz und Gleichberechtigung demonstriert. Es geht um gleiche Rechte für alle Menschen, egal wen sie lieben und wie sie leben. Das bunte Völkchen war unter anderen aus Stralsund, Berlin, Rostock und Neubrandenburg angereist, mit dabei waren auch viele Neustrelitzer.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Der von DJs und dem Neustrelitzer Fanfarenzug begleitete Umzug führte mehrere Stunden lang vom Bahnhof durch die Innenstadt bis hin nach Kiefernheide. Insgesamt war eine Neun-Kilometer-Strecke als Route vorgesehen. Auch der Bürgermeister der Stadt Neustrelitz, Andreas Grund, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg, Silvio Witt, nahmen als Schirmherren an der Versammlung teil.

Mehr lesen: Bunte Kundgebung zum Christopher Street Day in Rostock

„Wir wollen sichern, dass die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden können, deshalb feiern wir keine Abschlussparty und haben uns für den langen Weg zu Fuß entschieden”, sagte Christian Arnold Krüger vom Verein „Queer-Strelitz”, der den CSD in Neustrelitz organisierte.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Hintergrund

Aufstand in Kneipe führte zum Christopher Street Day

Im Sommer wird in vielen Städten überall auf der Welt der Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Mit bunten Umzügen, Musik und Tanz wird mehr Toleranz und Gleichberechtigung gegenüber Menschen gefordert, die homosexuell sind oder eine andere sexuelle Orientierung haben.

Vor 51 Jahren, in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969, fand in der Christopher Street in New York (USA) in einer Bar eine Polizei-Razzia statt, die das Leben von Homosexuellen verändern sollte. Die Kneipe war ein bekannter Treffpunkt für Lesben und Schwule und die Polizei verhaftete damals regelmäßig Barbesucher, da ihr Verhalten als anstößig betrachtet wurde. An diesem Abend ließen sich die Gäste die Razzia nicht mehr gefallen. Sie wehrten sich gegen den Polizeieinsatz.

Nach dieser Nacht änderte sich viel. Zum einen zeigten sich Schwule und Lesben mit mehr Selbstbewusstsein in der Öffentlichkeit. Zum anderen entstand auch eine Bewegung, die öffentlich zur Toleranz gegenüber Homosexuellen aufrief und für gleiche Rechte kämpfte. Im Gedenken an den Aufstand findet in der New Yorker Christopher Street jährlich am letzten Samstag im Juni ein Straßenumzug statt.

In vielen Ländern finden jährlich Umzüge statt, die für Gleichberechtigung von Homosexuellen werben. In Deutschland gingen Schwule und Lesben erstmals 1979 in Berlin und Bremen auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren.

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