CORONA-QUARANTÄNE GEFORDERT

Carpiner Kita weist Kinder zurück

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub erlebte eine Mutter eine böse Überraschung, als sie ihre Kinder in die Kita bringen wollte. Sie bekamen keinen Einlass.
Nach einem Urlaub in NRW gab es für eine Mutter und ihre Kinder keinen Einlass in der Kita Käferburg in Carpin.
Nach einem Urlaub in NRW gab es für eine Mutter und ihre Kinder keinen Einlass in der Kita Käferburg in Carpin. Susanne Böhm
Carpin.

Damit hatte Madlen Siemann nie und nimmer gerechnet. Als sie nach einem Reiturlaub in Nordrhein-Westfalen ihre Kinder in die Kita Käferburg in Carpin bringen wollte, hieß es dort: kein Einlass. Sie solle sich auf Covid 19 testen lassen oder in Quarantäne gehen, hieß es seitens der Kita.

„Ich war vom 19. bis zum 22. Juni allein im Reiturlaub“, schildert Madlen Siemann und wundert sich, woher die Kita davon wusste. Beim Umwelt- und Gesundheitsamt des Landkreises habe sie sich wohlweislich erkundigt, und von dort die Auskunft erhalten, ein Test sei nicht nötig. „Es sei denn, ich habe Symptome“, erklärt sie. Hatte sie aber nicht. Dennoch kam sie der Aufforderung der Kita nach und ließ sich testen. Schon am Morgen des folgenden Tages lag das Ergebnis vor: „negativ“. Also machte sie sich mit ihren Kindern zur Kita auf, in der Gewissheit, nun sei alles geregelt. Das war es aber nicht.

Empört über Umgang mit Kindern

Es dauerte eine Stunde, bis die Kita die Bestätigung des Arztes eingeholt hatte. Solange mussten Madlen Siemann und ihre Kinder vor der Tür bleiben. Was die Mutter allerdings noch mehr empört, ist die Art und Weise, wie mit ihren Kindern umgegangen wurde. „Sie wurden isoliert, wofür es keinen Grund gab. Sie mussten unter Aufsicht allein essen und spielen“, schildert sie. Als diese Betreuungsart auch am Tag darauf fortgesetzt wurde, holte sie ihre Kinder vorzeitig aus der Kita. Eine Antwort auf ihre Frage, warum in der Kita so verfahren wird, bekam sie nicht. Es habe lediglich geheißen, die Geschäftsführung hätte das so angewiesen.

Die Kita Käferburg ist in Trägerschaft der Johanniter. Dort ist der Fall bekannt, wie Pressesprecherin Aileen Holm bestätigt. Zu den konkreten Vorwürfen wolle sich die Johanniterhilfe zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht äußern. Nur so viel: Es gab ein Gespräch mit der betroffenen Mutter. Daraus hätten sich einige Punkte ergeben, die jetzt geprüft werden. Auch das Jugendamt des Landkreises ist mit dem Fall betraut.

Keine eindeutige Antwort aus dem Landratsamt

Welche Regeln für die Aufnahme von Kindern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gelten, darauf gibt es offenbar auch im Landratsamt keine eindeutige Antwort. „Wie Sie wissen, wurden in den zurückliegenden Monaten und Wochen die Vorschriften immer wieder geändert – in Abhängigkeit vom Verlauf der Pandemie. Die Landesregierung hat dazu laufend Allgemeinverfügungen und Verordnungen sowie Hygieneempfehlungen herausgegeben. Für die Träger der Kitas und für die Tagespflegepersonen stellten diese eine besondere Herausforderung dar“, macht Sprecherin Haidrun Pergande deutlich.

Fakt sei aber auch, dass es für den Zeitraum, in dem Madlen Siemann verreist war, keine spezielle Regelung für Rückkehrer von Inlandsreisen gegeben hat. „Erst mit dem Erlass vom 7. Juli 2020 ist es so, dass für Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben, gilt, dass sie sich nach Reisen aus einem Risikogebiet Deutschlands in Quarantäne begeben müssen“, schreibt HaidrunPergande.

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Kommentare (3)

Dass die Mutter einen Gesundheitstest ohne Grund auf Aufforderung der Kita machen sollte, wäre in der Bundesrepublik vor 2020 ein Affront gegen das Grundgesetz gewesen.

und jeder, der es spüren möchte, der spürt es auch. Die Blockwartmentalität überkommt so manchen Regaleinräumer und der persönliche Frust entlädt sich an den Maskenverweigerern. Die Kindergärtnerin in ihrer glücklichsten Stunde kann endlich das persönliche GEfühl der Ablehnung CORONAmäßig begründen. Völlig absurde Maßnahmen, wenn sie nicht der eigenen Gesundheit dienen sollen, dann wird behauptet, man schützt damit andere. Die Unfähigkeit der Landesregierung setzt sich bis in die untersten Ebenen fort. Man kann mit Glück sagen, dass die Kinder ohne Einkaufswagen in die Kita dürfen. Erschreckend, was die Propaganda im Jahre 2020 anzurichten vermag. Erkennbar an all denen, die ganz allein unterwegs sind und eine Maske tragen, die [Verzichten Sie auf Beleidigungen.] zur Schau stellt aber sicher nicht gegen Viren wirkt. [Frage d. Red.: Können Sie außer Beleidigungen und relativierenden NS-Vergleichen auch eine Quelle für diese Behauptung nennen? Das Tragen von Masken reduziert die Tröpchenübertragung und damit auch die Verbreitung des Corona-Virus. Oder haben Sie andere belastbare Erkenntnisse? https://www.nordkurier.de/ratgeber/die-fuenf-groessten-corona-irrtuemer-1039643606.html]

Niemand übernimmt die Verantwortung für das Geschehen , die Johanniter nicht und nicht die Parteibonzen vom Landratsamt.So funktioniert Verwaltung im Merkelland 2020.