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Rettungs-Einsätze

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Christoph 48 könnte bald auch nachts retten

Der Rettungshubschrauber flog im Jahr 2017 stolze 1131 Einsätze, sogar bis nach Brandenburg. 
Der Rettungshubschrauber flog im Jahr 2017 stolze 1131 Einsätze, sogar bis nach Brandenburg.
Robin Peters

Der Neustrelitzer Rettungshubschrauber fliegt derzeit nur bis Sonnenuntergang. Politiker wollen das ändern. Doch das würde viel Geld Kosten.

Noch fliegt der Rettungshubschrauber aus Neustrelitz nachts keine Einsätze. Doch das könnte sich bald ändern. So forderte der Gesundheitspolitische Landessprecher der CDU-Fraktion, Sebastian Ehlers, erst kürzlich eine Ausweitung der Neustrelitzer Luftrettung auf Nachtflüge.

Und tatsächlich: Derzeit will die zuständige AG Luftrettung, dass die Betreiber der Luftrettungsstation die Durchführung von Nachtflügen bis 2019 prüfen, wie das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Aber: Die Nachtflugrettung soll nach einem Beschluss der AG Luftrettung auf keinen Fall losgelöst von der gesamten Rettungsplanung der Landkreise und kreisfreien Städte durchgeprescht werden.

Nachts ist ein zweiter Pilot nötig

Nachtflüge erfordern nach Angaben des Gesundheitsministeriums allerdings mehr Personal und Technik. So müsse zwingend ein zweiter Pilot mitfliegen. Das Team brauche zusätzliche Schulungen. Navigationsinstrumente, Warnlichter und Scheinwerfer müssten angeschafft werden. „Nicht zuletzt bedarf es für eine Ausweitung des Flugbetriebs auf die Nacht umfangreicher rechtlicher, organisatorischer und finanzieller Klärungen und Verhandlungen zwischen allen Beteiligten“, sagt Ministeriums-Sprecher Gunnar Bauer.

„Ich würde gerne auch nachts fliegen“, sagt Claudia Lossin, Notärztin im Neustrelitzer Rettungshubschrauber. An etwa vier Tagen im Monat sei sie an Bord der Hubschraubers. Denn die Notärztin wechsle sich regelmäßig mit ihren Kollegen ab. Lossin befürchtet jedoch, dass der voraussichtlich geringe nächtliche Bedarf des Hubschraubers die höheren Kosten und den größeren Aufwand nicht rechtfertigt. Auch die Räume der Rettungswache in Neustrelitz seien derzeit nicht für eine Doppelbesetzung ausgelegt.

Zur Autobahn können auch die Kollegen fliegen

Ohnehin könne der Hubschrauber in der Nacht meist nicht so nah landen, dass der Betroffene schneller gerettet werden kann als mit einem Rettungswagen. Lediglich Unfallopfer auf der Autobahn erreiche ein Hubschrauber auch nachts schneller. Doch diese könne problemlos der Rettungshubschrauber aus Rostock anfliegen. Und der dürfe mit einer Genehmigung des Ministeriums bereits jetzt in der Nacht fliegen.

Obwohl der Hubschrauber der Neustrelitzer Luftrettung, Christoph 48, „nur“ von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Einsatz ist, flog die Maschine im Jahr 2017 (neuester Stand) laut ADAC Luftrettung stolze 1131 Einsätze – durchschnittlich also etwa drei am Tag. Das Einsatzgebiet ist so groß, dass der Hubschrauber auch bis nach Brandenburg fliegt. Allerdings nur in 22 Prozent der Fälle.