Aus der Geschichte Canows

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Chronist hat ein Auge auf Mühle

So sah es um 1930 am Mühlenhaus aus. In der Mitte des Bildes ist das alte Wehr mit dem überdachten Aalfang dahinter zu erkennen.  
So sah es um 1930 am Mühlenhaus aus. In der Mitte des Bildes ist das alte Wehr mit dem überdachten Aalfang dahinter zu erkennen.  
Repro: H.Heineccius

Aalfang, Klappbrücke und Fachwerkmühle waren einst prägende Bauten in Canow. Heute gibt es davon nichts mehr. An die Stelle sind mittlerweile Neubauten gerückt. In diesem Jahr wurde das alte Wehr ersetzt. Ortschronist Horst Heinec­cius erinnert an früher.

Selbst manch alteingesessene Canower weiß nicht mehr, wie es in früheren Jahrzehnten an der Schleuse und am Kanal mal ausgesehen hat. Dass das Gelände ständig im Wandel war, dort viel abgerissen und wieder neu gebaut wurde, hat Ortschronist Horst Heinec­cius mitverfolgt und er hat es dokumentiert. Mit dem Ruhestand sei das Interesse an der Geschichte seines Heimatdorfes aufgekommen, erzählt der 77-Jährige. Für die Ausbildung und den Beruf hatte es ihn zwar nach Neustrelitz gezogen, aber mit seiner Frau ist er im Sommer noch immer gern in Canow. Dort haben beide ein Ferienhaus. Sein Heimatdorf liegt Heineccius am Herzen. So übernahm er den Canower Part für die Ortschroniken der Gemeinde Wustrow.

Die Geschichte um das Canower Mühlen- und Schleusengelände konnte Heineccius mit dem Neubau der Wehranlage nun ein Stück weiter schreiben. Den Baufortschritt des Schlauchwehrs hat er in vielen Fotos festgehalten. Erst im Frühjahr ist das neue Wasserbauwerk in Betrieb gegangen.

Interessant sind vor allem aber die alten Ansichten. „Früher hat es zum Beispiel noch einen hölzernen Aalfang hinter der Wehranlage gegeben“, berichtet Heineccius. Die Schützen im Wehr seien damals noch per Muskelkraft und Hebelwirkung über ein Lochsystem angehoben worden. War ein Stück geschafft, wurde es mit einem Stift in einem Loch zwischendurch gesichert. „Hochspriggeln nannte sich das“, weiß der Ortschronist.   

1962 gab dann der alte hölzerne Aalfang seinen Geist auf. Der Fischfang-Kasten wurde aber noch mal durch einen Metallkäfig ersetzt. Der stammte aus der benachbarten Schmiede von Meister Reinsberg, erzählt Heineccius. So wie das einst wohl prägendste Gebäude des Dorfes, die große Fachwerkmühle, ist aber auch die Schmiede inzwischen verschwunden. Während letztere beim Neubau der Brücken zwischen den Jahren 1999 und 2001 dem Erdboden gleich gemacht wurde, stand der Abriss der Mühle dann 2006 an.