Das Virus macht auch vor Gefängnismauern nicht halt. Trotz täglicher Tests und anderer geltender Maßnahmen hab
Das Virus macht auch vor Gefängnismauern nicht halt. Trotz täglicher Tests und anderer geltender Maßnahmen haben sich viele Insassen in der JVA Neustrelitz angesteckt (Archivbild). euroluftbild.de/Robert Grahn
Pandemie

Corona-Ausbruch in der JVA Neustrelitz

In der Justizvollzugsanstalt wurden am Montag nach derzeitigem Stand fast 30 Corona-Infektionen gezählt. Betroffen sind Mitarbeiter und Gefangene.
Neustrelitz

Die Omikron-Welle hat nun auch die Justizvollzuganstalt (JVA) in Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erreicht. Mit Stand von Montag dieser Woche seien 22 Gefangene und sieben Mitarbeiter per PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet worden, heißt es auf Nachfrage aus dem Schweriner Justizministerium. Die Arbeitsfähigkeit der Anstalt bestehe trotz des Personalausfalls fort. Insgesamt 228 Insassen gibt es aktuell in der JVA Neustrelitz.

Eine Angehörige/betroffene Person hatte sich am Wochenende an den Nordkurier gewandt und auf die aus ihrer Sicht unzumutbaren Zustände aufgrund von Corona-Infektionen aufmerksam gemacht. Als belastend werde etwa empfunden, dass Gefangene, selbst wenn diese geimpft und getestet sind, seit Anfang des Jahres keinen direkten Kontakt mehr zu ihren Angehörigen haben dürfen. Gespräche gebe es nur noch hinter einer Trennscheibe. Die Gefangenen seien zudem den Großteil des Tages in ihren Zellen eingeschlossen.

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Ministerium: Mitarbeiter müssen sich täglich testen

Anderseits hätten es JVA-Mitarbeiter nicht so genau mit der Maskenpflicht und dem Testen genommen. So seien Corona-Tests nicht beim Betreten des Geländes gemacht worden, sondern erst, nachdem zahlreiche Kontakte stattgefunden hatten. Zudem hätten Mitarbeiter ohne Maske an einem Skatturnier der Insassen teilgenommen. „Diese Vorgehensweise führte aktuell zu zahlreichen Übertragungen auf die Gefangenen, welche jetzt mit massiven Einschränkungen leben müssen“, heißt es in den Zeilen an den Nordkurier.

Laut Ministerium bestehe jedoch eine tägliche Testpflicht für alle Mitarbeiter. Die Mitarbeiter seien zudem dazu verpflichtet, außerhalb der Büroräume und bei jeglichem Kontakt mit den Gefangenen eine FFP2-Maske zu tragen. „Kann im Freien der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden, besteht auch hier eine Maskentragepflicht“, erklärt Sandro Smolka vom Justizministerium.

Der aktuelle Corona-Ausbruch konzentriere sich auf ein Hafthaus. Über die täglichen Schnelltests der Gefangenen hinaus seien am Montag nun alle Insassen auch PCR-getestet worden, um ein genaueres Bild über das Infektionsgeschehen zu erhalten. Beim Aufenthalt im Freien und während des Aufschlusses wird den Gefangenen das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen.

Für infizierte Insassen gilt Haftraumquarantäne

Allgemein gilt, dass Bewegungen im Haus auf ein notwendiges Maß zu reduzieren sind. Infizierte Gefangene haben keinerlei Kontakt zu anderen Gefangenen. „Der Aufenthalt im Freien wird dennoch gewährleistet, findet allerdings bereichsweise statt, sodass es zu Verzögerungen kommen kann“, sagt Smolka. Die infizierten Gefangenen wiederum werden nach Rücksprache und auf Anweisung des Gesundheitsamtes unter Haftraumquarantäne gestellt. Alle Maßnahmen werden und sind engmaschig mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt.

Was die Besuche der Angehörigen der Gefangenen betrifft, so sei es tatsächlich so, dass diese zurzeit ausschließlich über eine Trennscheibe erlaubt sind. Die Impfquote unter den Insassen liege laut Smolka bei rund 50 Prozent. Allen Gefangenen werden weiterhin Impfangebote gemacht.

 

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