INSOLVENZ IN MIROW

Corona-Krise fordert erste Tourismus-Opfer

Von den Touristikern in der Seenplatte haben manche schon aufgegeben – oder stehen kurz davor. Zwei Beispiele zeigen, wie dramatisch die Situation werden kann.
Das Hotel Seepromenade in Mirow kann gepachtet oder gekauft werden. Die bisherigen Pächter sind insolvent.
Das Hotel Strandpromenade in Mirow kann gepachtet oder gekauft werden. Die bisherigen Pächter sind insolvent. Ulrich Krieger
Mirow ·

Bei den Gastronomen in der Mecklenburgischen Seenplatte wächst der Zorn. Sie wollen und müssen ihre Gaststätten jetzt schnell wieder öffnen. Andernfalls wird es sie bald nicht mehr geben – so wie das Hotel-Restaurant Seepromenade in Mirow, dessen Betreiber insolvent ist und das Haus am Mirower See verlassen hat.

„Die Coronakrise hat zugeschlagen“, sagte Andreas Glaess von Immobilien Heiligensee, der das Objekt verwaltet. Die angestammten Pächter seien zum Jahresende 2019 aus Alters- und Krankheitsgründen in den Ruhestand gegangen. Im Januar 2020 habe ein neuer Pächter die Regie übernommen. Doch wenige Wochen später kam der erste Lockdown. „Das war ein sehr unglücklicher Zeitpunkt.“ Die Zwangsschließung an sich sei schon schlimm genug gewesen, hätte aber durch staatliche Unterstützung aufgefangen werden können. Doch auf die warte der zahlungsunfähige Gastronom bis heute. „Die versprochenen Hilfen sind ausgeblieben. Das hat dem Pächter die Füße weggeschlagen“, so Andreas Glaess.

Nun sucht der Verwalter für das Gebäude samt Seegrundstück einen neuen Pächter. Falls sich keiner findet, wird die Immobilie verkauft. Interessenten gibt es einige, obwohl die Verwaltung von Immobilien Heiligensee, abgesehen von einem Banner vor dem Haus noch keine Werbung betrieben hat. Fünf potenzielle Pächter hätten das Haus in der vergangenen Woche besichtigt. Einer von ihnen wolle ein italienisches Restaurant eröffnen, berichtete Andreas Glaess. Zu einem Vertragsabschluss sei es noch nicht gekommen.

Drei Viertel der Hotels und Gaststätten vor dem Aus

Keine vier Kilometer entfernt, im Ferienpark Granzow, herrscht ebenfalls Weltuntergangsstimmung. „3200 leere Betten, in dem Park in Rechlin ja auch. 80 Mitarbeiter in Kurzarbeit“, beschreibt Geschäftsführer Christian Otto Limburg die Lage. „Ewig machen die Banken sowas nicht mit.“ Normalerweise seien Ferienhäuser und Hotel zu dieser Jahreszeit zu 40 Prozent ausgebucht, an Wochenenden mit schönem Wetter noch mehr. Jetzt aber herrsche eine unheimliche Grabesstille.

Sein Unternehmen investiere trotzdem, baue den Indoor-Spielplatz weiter und auch neue Ferienhäuser. „Wir behalten die Nerven, aber Spaß macht das nicht.“

So wie den Touristikern in Mirow und Granzow geht es nach Angaben von Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Mecklenburg-Vorpommern, 75 Prozent der Unternehmen im Land. Sie alle stünden vor dem Aus. Trotzdem haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auch in MV den Tourismus-Lockdown bis mindestens zum 7. März verlängert.

Noch länger wird sich das aber wohl nicht durchhalten lassen, denn es formiert sich von verschiedenen Seiten organisierter Widerstand. Eine Vereinigung namens „Lockdown-Geschädigte für offenen Diskurs!“ beispielsweise verschickte in der vergangenen Woche Flyer an Gastronomiebetriebe in der Mecklenburgischen Seenplatte. „Zwangs-Schließungen von Gastro- und Hotelbetrieben sind völlig unverhältnismäßig und rechtswidrig“, heißt es darin. „Aufgrund solch rechtswidriger Auswüchse ist unser aller Zivilcourage dringendst gefragt.“

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Kommentare (7)

Wenn unsere Maulhelden Scholz & Altmeier vor den Schüssen mit Ihrer Bazooka mal etwas Zielwasser getrunken hätten und die richtige Munition, statt verbaler Platzpatronen geladen hätten, wäre die Lage nur halb so dramatisch...

Mich würde ja mal interessieren wo die hunderten Milliarden investiert wurden, die man zukünftigen Generationen als Schulden übergebügelt hat...es wäre doch mal interessant wenn die Regierung offenlegt wohin die Kohle geflossen ist...ich kenne so viele Leute aus der Gastro & Tourismus Branche die gar nichts, minimale Abschläge oder Peanuts erhalten haben und die Politdarsteller erzählen regelmäßig breitmundig von den Hilfsgeldern...

waren wirkungsvoll und würden sofort das Öffnen der Restaurants ermöglichen. Aber so lange die Einheimischen noch willig das Aussperren ihrer einzigen Wohlstandsquelle begleiten, werden die Unternehmen die Region verlassen. Wer die Kontrollen und die zurück geschickten Tagestouristen noch mit Gesundheitsschutz in Verbindung bringen möchte, der hat zu viel Tagesschau gesehen!
Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach geht.

Wer denkt an die vielen Vereine? Im Sport werden viele Jahrgänge fehlen, weil Lockdowns und Perspektivlosigkeit. Das gilt auch für Kultur, wie Fördern von Musik, Malerei, Kunstfertigkeiten, Ausprobieren, Kennenlernen, Üben. Persönlich kann ich als 54-jähriger Mann Lockdowns aushalten, ja. Obwohl adie Sehnsucht vorhanden in Museum oder Restaurant zu gehen. Die soziale Verkümmerung einer modernen Gesellschaft geht ruckzuck. Allein die Bildungsmisere ist Ausdruck einer kollabierenden Gesellschaft. Die Folge werden Diktaturen sein, egal mit welchen Namen oder Umschreibungen.

Lewis, Auszug aus dem Buch “Balamut Letters”, das Buch wurde 1941 geschrieben
Der junge Teufel fragt den alten Teufel:

Wie haben Sie es geschafft, so viele Seelen in die Hölle zu schicken?
Der alte Teufel:

Durch Angst!
Der junge Teufel:

Gut gemacht! Und wovor hatten sie Angst? Kriege? Hunger?
Alter Teufel:

Nein … Krankheit!
Der junge Teufel:

Waren sie krank? Sind sie gestorben? Gab es keine Heilung?
Alter Teufel:

Eine häufige Krankheit, aber es gab eine Heilung.
Der junge Teufel:

Ich verstehe nicht.
Alter Teufel:

Wir sind versehentlich zu dem Schluss gekommen, dass das einzige, was gerettet werden sollte, das Leben um jeden Preis ist!

Sie hörten auf, sich zu umarmen.

Sie hörten auf, Hallo zu sagen!
Sie gaben jeden menschlichen Kontakt auf.
Sie gaben alles auf, was einen Mann zu einem Mann machte!
Ihnen ging das Geld aus.
Sie haben ihre Arbeit verloren.
Aber sie beschlossen, um ihr Leben zu fürchten, auch wenn sie kein Brot zu essen hatten.
Sie glaubten, was sie hörten, lasen die Zeitungen und glaubten blind alles, was sie lasen.
Sie gaben ihre Freiheit auf.
Sie haben das Haus nie wieder verlassen.
Sie gingen nirgendwo hin.
Sie haben nie wieder Freunde und Familie besucht.
Die ganze Welt wurde zu einem riesigen Gefängnis mit freiwilligen Sträflingen.
Sie alle akzeptierten dieses Leben, um einen weiteren elenden Tag zu überleben.
Sie haben nicht gelebt, sie sind jeden Tag gestorben!
Es war zu leicht, ihre arme Seele zu nehmen.

Das einzige was hier jeden Tag mit der Bazooka verteilt wird von Medien und Politikern ist Angst. Man hört in Radio und Fernsehen nichts anderes mehr als die Verbreitung von Angst was Corona betrifft. Richtige Hilfen kamen doch nur bei den großen Konzernen an. Und das Spiel wird weiter gehen bis zur Wahl im Herbst. Und wenn sie dann wieder gewählt wurden dürfen wir mal raten wer das alles bezahlen darf.

Wo sind nur die guten alten Jounalisten, die Dinge hinterfragen und nicht wie wie staatliche Nurts, ohne groß nachzudenken, Panik-Berichte verfassen. Natürlich verkauft sich Panik besser, aber Presse, gute Presse sollte für die objektive Wahrheit stehen. Wenn Ihr das nicht könnt, dann geht bitte nach Hause und nennt Euch bitte, bitte nicht mehr Journalisten, Die scheinen ausgestorben zu sein.

Journalisten, die das bestätigen, was ich denke. Schon verstanden. Warum führen Sie dann keine Selbstgespräche? Spart Papier und schont die Umwelt.