Nachwirkungen des Unwetters

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Das Aufräumen nach dem Sturm dauert an

Eine Menge Holz müssen die Mitarbeiter des Neustrelitzer Regiehofes in den nächsten Tagen und Wochen wegräumen.
Eine Menge Holz müssen die Mitarbeiter des Neustrelitzer Regiehofes in den nächsten Tagen und Wochen wegräumen.
Susanne Böhm

Die Stürme am Wochenende hinterließen in der Region ungezählte Schäden. Bäume stürzten, Leitungen rissen, Ziegel fielen. Ganze Landstriche waren stundenlang ohne Strom.

In der Mecklenburgischen Seenplatte laufen die Aufräumarbeiten. Orkan Felix riss am Wochenende ungezählte Bäume um und Äste ab, fällte Strommasten, schleuderte Dachziegel und zerlegte Zäune. Jetzt muss geborgen, repariert und verwertet werden. Wie lange das dauert, weiß niemand genau. Bislang ist das Ausmaß der Schäden nicht vollständig gesichtet.

Allein für eine mächtige Graupappel, die zwischen Wiesenthal und Prälank samt Wurzeln ausgerissen wurde, brauchen die Mitarbeiter des Neustrelitzer Regiehofes zwei Tage. Stamm und Äste werden zerkleinert und zum Holzheizkraftwerk Neustrelitz gefahren. „Windbruch in dieser Größenordnung haben wir selten, ständig werden neue umgefallene Bäume gemeldet“, sagt Regiehof-Mitarbeiter Torsten Kontschak. „Schwer einzuschätzen, wie viel noch kommt.“

Aufruf zur Mithilfe

Damit Städte und Dörfer schnell wieder ordentlich aussehen, rufen Bürgermeister zur Mithilfe auf. Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund bittet die Einwohner, heruntergefallene Äste und Zweige auf öffentlichen Flächen einzusammeln, am Straßenrand abzulegen und den Regiehof unter der Telefonnummer 03981 440090 zu informieren, der das Holz dann abholt. Feldbergs Bürgermeisterin Constance Lindheimer appelliert an alle Einwohner, Regeneinläufe zu reinigen, damit Wasser abfließen kann und es nicht zu Überschwemmungen kommt.

Parallel reparieren Energieversorger die zahlreichen Sturmschäden am Leitungssystem. Das Strom- und das Telefonnetz waren am Sonnabend in vielen Teilen der Mecklenburgischen Seenplatte ausgefallen. Im Raum Blankensee und Feldberger Seenlandschaft waren am Sonnabend laut Edis-Sprecher Horst Jordan zwischen 16 und 19.45 Uhr rund 3300 Haushalte ohne Strom.

Stromversorger kann noch gar keine Zahlen sagen

Etwa 1500 Haushalte waren im Bereich Mirow/Wesenberg betroffen. Hier versagten Lampen und Heizungen gegen 15.30 Uhr ihren Dienst. Manche Häuser waren erst am Sonntag gegen 13.30 Uhr wieder am Netz. Die exakte Anzahl der gerissenen Kabel und umgestürzten Masten konnte der Edis-Pressesprecher am Montag aufgrund der Vielzahl der Schäden nicht ermitteln. „Wir haben derzeit zahlreiche Anfragen aus unserem gesamten Netzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, da die Stürme flächendeckend wüteten. Insofern ist es uns nicht möglich, zu jeder Frage jedes Detail in Erfahrung zu bringen.“

An vielen Orten seien Bäume und Äste in Leitungen gefallen, Seile gerissen, Masten gebrochen. In Mirow und Wesenberg seien rund 70 Trafo-Stationen gestört, in Blankensee und Feldberg rund 95. Die Reparaturen dauern an.

280 Notrufe hingen mit dem Wetter zusammen

Zu einem zweieinhalbstündigen Totalausfall kam es im Holzheizkraftwerk Neustrelitz. „Das Kraftwerk fuhr herunter, weil es im vorgelagerten Hochspannungsnetz der Edis Spannungen gab“, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Birgit Höhne. Zugleich sei eine 20 Kilovolt-Leitung zwischen der Penzliner Straße und der Aral-Tankstelle an gleich fünf Stellen beschädigt worden. Um 15.30 Uhr gingen in Neustrelitz Lichter, Heizungen, Herde, Computer und Radios aus. Nur die Stadtteile Rudow und Tannenhof und die Kläranlage waren nicht betroffen. Gegen 17.30 Uhr funktionierte laut Birgit Höhne alles wieder.

Erst das Sturmtief Elon, einen Tag später Orkan Felix – eine so hartnäckige Unwetterlage hat die Mecklenburgische Seenplatte selten erlebt. Rund 280 wetterbedingte Notrufe gingen laut Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande von Freitagnachmittag bis Montagmorgen in der Rettungsleitstelle Neubrandenburg ein. Menschen wurden nicht verletzt.