TINY-HOUSE

Das kleinste Hotel der Welt steht bald am Neustrelitzer Hafen

Das hat die Seenplatte noch nicht gesehen. Am Stadthafen in Neustrelitz wird zurzeit eine winzige Herberge gebaut. Dahinter steckt ein neues Baukonzept.
Martina Schwenk Martina Schwenk
In den nächsten Wochen stellt die Firma von Anselm Franz Türme – ähnlich diesem – beim Hafen auf.
In den nächsten Wochen stellt die Firma von Anselm Franz Türme – ähnlich diesem – beim Hafen auf. Martina Schwenk
Neustrelitz.

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick. Zwei kleine Türme aus Beton stehen auf der Brachfläche beim Caravanstellplatz im Neustrelitzer Stadthafen. Der Clou: Sie sind Schaumodelle für das laut Baufirma Veloform aus Berlin kleinste Hotel der Welt. Es ist erst das vierte seiner Art bundesweit und das erste in der Seenplatte. Die Bauarbeiten dafür sind gerade im vollen Gange.

Auf dem Gelände sollen elf Wohntürme aufgebaut werden. In jedem der zylindrischen Betongebäude gibt es ein Bett, Bad und Sitzgelegenheit sowie Anschlüsse an Strom, Wasser und Internet. Das Konzept erinnert an den Trend der Tiny-Häuser – wohnen auf minimalem Raum, nur reduziert auf ein Hotelzimmer. Entwickelt wurde es von Anselm Franz, Geschäftsführer von Veloform. Die Firma stellt bereits seit Jahren ähnliche Türme her, etwa als Eventstände oder für Geldautomaten.

Gut 200 Bürgermeister angeschrieben

„Den ersten Wohnturm habe ich aus Quatsch gebaut“, verrät Franz. Nach viel Zuspruch von Freunden entstand die Idee für das Hotel. Jeder Turm ist quasi ein Zimmer. „Übernachtungsgäste haben auf kleinstem Raum alles, was sie brauchen.“ Auf gastronomische Angebote wird gezielt verzichtet. Stattdessen plant Franz Kooperationen mit den Geschäften vor Ort. Das Konzept hat bereits viele Freunde gefunden. Auf der Suche nach Standorten schrieb Franz rund 200 Bürgermeister an. „Wir haben überraschend viel Rücklauf erhalten“, sagt Franz. Auch aus Neustrelitz bekam er eine Einladung.

Die Lage am Stadthafen und die rege Unterstützung seitens der Stadt habe den Bauherren überzeugt, das Grundstück zu pachten. „Es ist eine neue, innovative Wohnform und sehr passend zum Caravanstellplatz“, sagt Bürgermeister Andreas Grund zu dem Projekt. So könnte die ungewöhnliche Unterbringung zum Beispiel für Fahrradtouristen attraktiv sein und eine Hilfe für die Gastronomen im Stadthafen.

Interesse hat das Vorhaben bereits geweckt. Viele Neustrelitzer und Besucher, berichtet Franz, haben sich bereits den Schauturm angesehen. „Die Reaktionen waren sehr positiv.“

Wie ein Stecksystem

Die Bauteile funktionieren in etwa wie ein Stecksystem. „So kann das Hotel beliebig erweitert oder verkleinert werden“, sagt Franz. In den nächsten Wochen werden die einzelnen Betonbauteile zusammengesetzt, eingerichtet und angeschlossen. Zum 1. Juli soll der Betrieb im Hafen aufgenommen werden. Um den Hotelbetrieb kümmert sich dann eine Tochterfirma von Veloform mit dem Namen Slube. Momentan gibt es mehr als 20 Projekte mit den Hoteltürmen, von fertig gebaut bis noch in Planung. Ein weiteres soll unter anderem in Neubrandenburg entstehen.

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