Unsere Themenseiten

:

Dauerregen, Sturm, Hagel - und kein Ende in Sicht

Richtig viel Pech hatte am Freitag Jutta Krohn aus Schwarz. Ein herabstürzender Ast durchschlug die Heckscheibe ihres Fords und hinterließ ordentliche Beulen am Auto.
Richtig viel Pech hatte am Freitag Jutta Krohn aus Schwarz. Ein herabstürzender Ast durchschlug die Heckscheibe ihres Fords und hinterließ ordentliche Beulen am Auto.
Tobias Lemke

Das erste von zwei angekündigten Sturmtiefs ist über Mecklenburg-Strelitz hinweg gezogen. Heute soll schon das nächste Unwetter folgen. Dabei ächzt die Region schon seit Tagen über mieses Wetter. Wiesen und Äcker sind überschwemmt, Seen und Bäche voll. 

Kurz, aber heftig ist Sturmtief „Elon“ am Freitag durch das Strelitzer Land gefegt. Platzregen, Hagel und orkanartige Windböen haben vielerorts Schäden hinterlassen. Das Unwetter riss in der Schlosskoppel bei Neustrelitz gleich mehrere Bäume zu Boden. Umgestürzte Bäume blockierten die Landesstraße in Richtung Userin sowie die Wesenberger Chaussee. Die Feuerwehr Neustrelitz musste ausrücken und die Stämme von der Fahrbahn räumen. 

Auch im Stadtgebiet von Neustrelitz richteten herabstürzende Äste erhebliche Schäden an. So schlug ein Ast in das Heck eines parkenden Autos am Bootshaus ein. „Das Auto ist gerade mal ein Jahr alt“, ärgerte sich Besitzerin Jutta Krohn, die im benachbarten AWO-Pflegeheim arbeitet. Ihr Auto habe sie wegen der Sturmwarnung extra nicht in der Nähe von Bäumen abgestellt. Offenbar wehte der Wind aber so heftig, dass das Gehölz weit durch die Luft geschleudert wurde.

Stromausfall in Wesenberg

Vereinzelt kam es am Freitag in Mecklenburg-Strelitz außerdem zu Stromausfällen, unter anderem in Wesenberg. Im benachbarten Mirow fiel am Ortsausgang Richtung Rechlin ein Baum auf die Straße. In der Feldberger Seenlandschaft stürzten mehrere Bäume zwischen Triepkendorf und Beenz auf die Fahrbahn. Dadurch kam es auch zu einem Autounfall. Über den Schaden gab es keine Angaben. In Klein Vielen fiel ein Baum auf einen fahrenden Pkw. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Dauerregen hatte in den vergangenen Tagen bereits jede Menge Wasser in die Region gespült. Mancherorts stehen Ackerflächen unter Wasser, ist der Boden völlig aufgeweicht oder bilden sich große Pfützen auf den Straßen. In vielen Seen, Flüssen und Bächen sind die Pegel deutlich höher als sonst. Beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde, das auch für die Müritz-Havel-Wasserstraße und ihre Nebenarme in Mecklenburg-Strelitz zuständig ist, ist bisher aber nicht von dramatischen Wasserständen die Rede. Dennoch – Peter Münch, stellvertretender WSA-Leiter sagt: „Es ist bordvoll, wie es bei uns im Fachjargon heißt“. Das bedeutet, dass derzeit sehr viel Wasser über die Wehranlagen abfließt. „Die Lage ist aber nicht angespannt“, beruhigt Münch. Entscheidend sei nämlich nicht die Dauer des Regens, sondern vielmehr die Menge. Bei längerem Platzregen würde sich alles viel schneller füllen und müssten notfalls auch die Schleusen zur Wasserregulierung genutzt werden. 

Bauern befürchten schlechten Start ins Jahr

Deutlich angespannter ist die Situation hingegen auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Vor allem in den Niederungen und Wiesen rund um Feldberg und Neustrelitz oder im Bereich der Tollense bei Neubrandenburg gebe es Wasser satt, sagt Jost Matzdorf, Vorsitzender des Bauernverbands Mecklenburg-Strelitz. „Die Ackerböden sind gesättigt, mehr Regen können wir nicht vertragen. Die Entwässerungssysteme und Gräben können nichts mehr abführen“, so Matzdorf. Orakeln wolle er nicht, aber bei so viel Nässe auf den Feldern sehe es derzeit nach einem schlechten Start ins Frühjahr aus.

Weiterführende Links