ABRISS

DDR-Platte in Hohenzieritz wird plattgemacht

In Hohenzieritz soll mitten im Dorf ein neues Wohngebiet entstehen. Noch aber müssen dafür Hausaufgaben gemacht werden.
Einst waren diese Wohnungen in der Platte begehrt. Ins Dorfbild von Hohenzieritz passte der Mitte der 1970er Jahre entstandene
Einst waren diese Wohnungen in der Platte begehrt. Ins Dorfbild von Hohenzieritz passte der Mitte der 1970er Jahre entstandene Bau allerdings nie. Ulrich Krieger
Hohenzieritz ·

Von dem zu DDR-Zeiten mitten in Hohenzieritz errichteten Mehrfamilienhaus mit 24 Wohnungen ist nur noch ein Haufen Schutt übrig. An dem Gebäude hat der Abrissbagger seit gestern ganze Arbeit geleistet. Auf dem Grundstück sollen Eigenheime errichtet werden. Die Nachfrage nach entsprechenden Grundstücken ist groß. „Allein zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns schon fünf Anfragen vor“, sagte der Hohenzieritzer Bürgermeister Detlef Köhncke gestern dem Nordkurier. Bis das Gelände indessen bebaut werden kann, wird noch Zeit vergehen.

Beton und Stahl werden getrennt

Beauftragt mit dem Abriss wurde die Firma Otto Freerk aus Dolgen in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. „Das Entkernen mit dem Ausbau von Türen, Fenstern, Öfen und Elektrik dauerte rund drei Wochen“. Der eigentliche Abriss gehe nun innerhalb von zwei Tagen über die Bühne, so Bauleiter Alexander Dewitz. Anschließend wird das oberirdisch befindliche Material mithilfe eines Brechers aufgearbeitet, wobei Beton und Stahl voneinander getrennt werden. Dieser Bauabschnitt wird rund eineinhalb Wochen dauern. Danach werden noch die Keller beseitigt. Sämtliche Materialien werden größtenteils der Weiterverwertung zugeführt. Der vor Ort entstehende Staub soll mittels Wasser gebunden werden.

Für den Abriss hat die Wohnungs-Verwaltungs- und Eigentumsgesellschaft Carpin als Eigentümerin der 24 Wohnungen vom Land Fördermittel bekommen. Das Gebäude stand schon länger leer, die letzten drei Mieter waren im Spätsommer des vergangenen Jahres ausgezogen. Das Haus wurde 1975 gebaut, eine Modernisierung kam für die Gemeinde nicht infrage. Zum einen wäre die Modernisierung zu teuer gewesen, zum anderen gebe es kein ausreichendes Interesse an diesen Wohnungen, hieß es.

Unzählige Besucher schauen sich den Park an

Die im Umfeld des Abrisshauses befindlichen Gärten wird laut Planung ebenfalls beräumt. Die Grundstücksfläche von mehr als 15 000 Quadratmetern mitten im Dorf soll dann bebaut werden. Dies allerdings nicht um jeden Preis. Denn das Bauland befindet sich direkt an der Eingangspromenade zum Schloss – einer bedeutenden baulichen und historischen Sehenswürdigkeit im Ort. Es beherbergt sowohl die Luisengedenkstätte als auch den Sitz des Müritz-Nationalparkamtes. Zahlreiche Besucher kommen in jedem Jahr, um das Schloss und den weitläufigen Park zu besuchen.

Aktuell kann die Gemeinde keine Bauplätze anbieten, das soll sich mit dem neu geschaffenen „Filetstück“ ändern. Um Baurecht zu schaffen, müssen allerdings noch Hausaufgaben gemacht werden. „Wir wollen die Angelegenheit so schnell als möglich klären“, verdeutlichte Bürgermeister Köhncke. Dazu gehöre aber auch noch die Beantwortung von juristischen Fragen. Des Weiteren gebe es verschiedene Eigentümer. Der Großteil der Fläche gehöre der Gemeinde, zudem gebe es zwei weitere Eigentümer. „Wir sind auf einem guten Weg zu einer angemessenen Lösung“, so das Gemeindeoberhaupt. Er selbst habe kein Interesse daran, nach dem Abriss des Plattenbaus ewig über eine Grundstücksbrache zu laufen. Und er sei sehr erfreut darüber, dass unter den fünf Interessenten für eine Neubebauung drei Rückkehrer-Familien seien. „Genau das wollen wir doch, das die Leute zurück kommen“, verdeutlichte Köhncke.

 

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