KAPUTT

Der Göttin Hera in Neustrelitz fehlt immer noch ein Arm

Im März wurde die Skulptur an der Schlossberg-Auffahrt beschädigt. Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass es kein Vandalismus war.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Der Göttin Hera fehlt immer noch ein Arm. Die Zinnguss-Skulptur wurde im März beschädigt.
Der Göttin Hera fehlt immer noch ein Arm. Die Zinnguss-Skulptur wurde im März beschädigt. Marlies Steffen
Neustrelitz.

Es ist in der Tat kein schöner Anblick. Weder für Einheimische, noch für Urlauber, noch für Besucher der Festspiele im Schlossgarten: Der Göttin Hera an der Auffahrt zum Schlossberg fehlt noch immer ein Arm. Selbiger war der Skulptur im März abhandengekommen. Zunächst war man von einem schlimmen Fall von Vandalismus ausgegangen. Doch von der Polizei kann „nicht bestätigt werden, dass es sich dabei um eine Sachbeschädigung durch Vandalismus handelt“, wie Diana Mehlberg von der Polizeiinspektion Neubrandenburg dem Nordkurier in dieser Woche sagte. Aus Sicht der Polizei könnte der Arm durch einen Verkehrsunfall heruntergefallen sein. Vorstellbar sei etwa das Wendemanöver eines Lkw oder eines anderen großen Fahrzeuges. „Auf jeden Fall waren starke Kräfte nötig“, konstatiert die Polizeisprecherin.

Versicherungen zahlen nicht

Wann der Schaden indessen endlich behoben wird, ist derzeit unklar. Im Neustrelitzer Rathaus war in den vergangenen Wochen zunächst von einer Reparatur ausgegangen worden. Die Kosten dafür hätten sich auf rund 10 000 Euro belaufen. „Das ist viel Geld“, sagt Bürgermeister Andreas Grund. Die Stadt hätte diese Summe aus ihrem eigenen Säckel berappen müssen. Versicherungen kommen für diese Art von Schäden nicht auf, verdeutlicht das Stadtoberhaupt weiter.

Zwischenzeitlich habe sich allerdings eine Privatperson bei der Stadt gemeldet. Diese interessiere sich für einen Originalabguss der Hera. Möglicherweise könnte dieser nun in der Berliner Fachwerkstatt, in der die Operation „Arm“ auch sonst erledigt worden wäre, erfolgen. Und es könnte gleich auch noch ein zweiter Abguss für die Stadt gemacht werden, erläutert der Bürgermeister. In diesem Fall könnte auf die sanierungstechnisch aufwendige Reparatur des Armes verzichtet werden. Die Kosten, etwa für den Transport, könnte sich die Stadt mit der besagten Privatperson teilen. Wie teuer das Ganze werden soll, dazu bekam der Nordkurier keine Informationen.

Arm wurde in der Nähe gefunden

So brachial wie die Hera-Skulptur ist bislang keine der im Umfeld des Schlossberges aufgestellten Figuren beschädigt worden. Möglicherweise handelt es sich bei dem abgefallenen Arm auch um Materialermüdung. Denn die Skulptur war bislang noch nicht saniert worden. Die drei ersten Figuren auf der Schlossberg-Auffahrt – Hera ist die erste aus Richtung Schlossstraße – gehören der Stadt, die anderen befinden sich im Landesbesitz. Der Arm der Skulptur war nach Bekanntwerden der Zerstörung in der Nähe des Standorts gefunden worden. Göttin Hera und die anderen Skulpturen an der Schlossberg-Auffahrt sind Zink-Abgüsse bekannter Statuen, die um 1840 aufgestellt wurden. Einige der Figuren wurden 2015 aufwendig restauriert.

In der griechischen Mythologie ist Hera neben Zeus die mächtigste Göttin des Olymps. Hera ist die Schwester und Gattin des Zeus, die Göttin der Ehe, des Herdes und der Familie und die Schutzpatronin der Ehefrauen und der Kinder.

StadtLandKlassik - Konzert in Neustrelitz

zur Homepage