NATURSCHUTZ

Der Schreiadler macht sich bei Feldberg rar

Ist ein Junges geschlüpft, vernichtet es sein jüngeres Geschwisterchen. Aber auch die Umwelt trägt zur Dezimierung der Schreiadler bei.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Schreiadler sieht man immer seltener im mecklenburgischen Teil von Mecklenburg-Vorpommern (Symbolbild).
Schreiadler sieht man immer seltener im mecklenburgischen Teil von Mecklenburg-Vorpommern (Symbolbild). dpa
Feldberg.

Ursprünglich war er der Stolz einer ganzen Provinz und wurde seiner Herkunft gemäß auch als Pommernadler bezeichnet. Doch dem Vogel mit dem lateinischen Namen Clanga pomarina, der hierzulande auch als Schreiadler bekannt ist, geht es schon lange schlecht. Er macht sich im mecklenburgischen Teil von MV immer rarer. „Die negative Bestandsentwicklung hält an“, sagt Ranger Axel Griesau vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft.

Schwierige Nahrungssuche

Wurden 1990 noch 100 Brutpaare verzeichnet, sind es derzeit 80 Pärchen, die landesweit heimisch sind. Viel Nachwuchs ist auch im Strelitzer Land in den vergangenen Jahren nicht herangewachsen. Lediglich vier Brutpaare nisten in den Naturschutzgebieten Feldberger Hütte und Hinrichshagen. Sowohl 2016 als auch 2017 wurde nur jeweils ein Jungvogel großgezogen, sagt Axel Griesau. Ein bisschen ist der Schreiadler auch selbst an der geringen Kinderzahl schuld. Denn kinderreiche Familien kommen bei ihm nicht vor. Meist werden zwei Eier gelegt. Das zuerst geschlüpfte Junge besitzt einen angeborenen Aggressionstrieb und tötet die jüngeren Geschwister, sodass häufig nur ein Jungvogel ausfliegt.

Als noch bedrohlichere Ursache für den Mangel an Nachwuchs sieht Ranger Griesau indessen vor allem das zurückgehende Nahrungsangebot für die Raubvögel an. Immer intensiver betriebene Landwirtschaft, Flächen mit Monokulturen würden die Nahrungssuche für Schreiadler schwieriger machen. Hinzu kommen natürliche Feinde der Jungvögel, wie andere Greifvögel oder der Waschbär.

Die Deutsche Wildtierstiftung benennt immerhin 50 Hektar Grünland, die in einem Ein-Kilometer-Radius um den Adlerhorst vorhanden sein müssen. Neben Mäusen und Maulwürfen fressen die Schreiadler vor allem Reptilien und Amphibien. Ungewöhnlich ist seine Art zu jagen. Der Adler sucht sich seine Beute zu Fuß, er schreitet über die Flächen. Aber er jagt auch, wie andere Greifvögel, aus der Luft.

Gefahrvoller Flug in den Süden

Das Jungtier wird zwar normalerweise in den ersten Wochen vom Muttervogel bewacht. Allerdings müssen bei einem schlechten Nahrungsangebot beide Elternvögel auf die Suche nach Fressbarem gehen. Werden Grünlandflächen in Flächen für extensive Landwirtschaft umgewandelt, bekommt der Schreiadler ein Problem. „Unsere Äcker sind totgespritzte Wüsten“, sagt Griesau. Nicht nur Schreiadler oder Honigbiene seien betroffen, auch Kiebitz, Fasan, Rebhuhn würden häufig keine Nahrungsgrundlage mehr finden.

Doch die Gefahr lauere nicht nur in Deutschland. Schreiadler sind Zugvögel, auch auf ihrem Weg nach Afrika und zurück würden viele Vögel verenden. Etwa in Fangnetzen oder durch Erschießen. Die Schreiadler kehren traditionell Mitte April an ihre Brutorte im Naturpark Feldberger Seenlandschaft zurück. In diesem Jahr war der erste Vogel am 9. April gesichtet worden, erinnert Ranger Griesau.

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