Vogel-Zählung

:

Sperling ist häufigster Gartenvogel in der Seenplatte

Der Spatz hat bei der jüngsten Zählung in der Seenplatte das Rennen gemacht.
Der Spatz hat bei der jüngsten Zählung in der Seenplatte das Rennen gemacht.
Nicolas Armer

Weil es immer weniger Wildkräuter und Insekten gibt, verliert die Mecklenburgische Seenplatte Vogelarten wie Goldammer und Wiesenpieper. Das wurde bei der jüngsten Zählaktion des Nabu wieder mal deutlich.

Der Haussperling bleibt in der Seenplatte häufigster Gartenvogel. Wie in den Jahren zuvor steht er auch bundesweit an der Spitze. Das hat die Zählaktion Stunde der Gartenvögel ergeben, zu welcher der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) im Mai zum 13. Mal aufgerufen hatte.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden nach Angaben des Nabu 846 Haussperlinge in 111 Gärten gezählt. Das sind im Durchschnitt 7,62 Spatzen pro Garten. Im ganzen Bundesland beteiligten sich mehr als 1200 Vogelfreunde an der Aktion und meldeten mehr als 34 000 Vögel. Hinter dem Haussperling steht die Amsel. Sie wurde in der Seenplatte 353-mal gezählt, gefolgt vom Feldsperling auf Rang drei, der im Landkreis 360-mal gezählt wurde.

„Es freut uns, dass die Sorgenkinder Mehlschwalbe und Mauersegler häufiger gesichtet wurden“, so Ulf Bähker vom Nabu. Jedoch sei der Abwärtstrend alarmierend, denn beide Arten erreichen deutschlandweit nur noch 70 Prozent der Zahlen von 2006.

Intensive Landwirtschaft lässt keine Wildkräuter übrig

Unter den Vögeln auf den Wiesen und Feldern gebe es fast nur Verlierer. „In den vergangenen zehn Jahren sind die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft wie Goldammer, Bluthänfling und Wiesenpieper dramatisch eingebrochen“, sagt Nabu-Landesvorsitzender Stefan Schwill. Das habe seine Ursachen in der fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft. „Die Verarmung der Fruchtfolge sowie der enorme Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden führt zu weniger Wildkräutern und in der Folge zu einem weitgehenden Fehlen von Insekten. Und damit fehlt für die Aufzucht von Jungen die Nahrungsgrundlage.“