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Deswegen hängen die Lappen an der Straße

Tausende Lappen, an einer Leine aufgereiht, wehten am Donnerstag zwischen Fürstenberg und Neustrelitz im Wind. Foto: Susanne Böhm
Tausende Lappen, an einer Leine aufgereiht, wehten am Donnerstag zwischen Fürstenberg und Neustrelitz im Wind. Foto: Susanne Böhm

Kilometerlange Wimpelketten wehten zwischen Fürstenberg und Neustrelitz im Wind. Die seltsamen Tücher haben einen Zweck.

Massenhaft Lappen waren am Donnerstag der Hingucker für Autofahrer auf der B 198 zwischen Fürstenberg und Neustrelitz. Nebeneinander an einer Leine aufgereiht und an den Bäumen parallel zur Straße befestigt, wehten die Tücher im Wind - viele Kilometer lang. Matthias Puchta, Leiter des Forstamtes Neustrelitz, weiß, was es damit auf sich hat.

„Die haben die Kollegen aus Brandenburg dort angebracht, weil sie eine Treibjagd veranstalteten.“ Die Lappen sollten das Wild davon abhalten, auf die Straße zu laufen. Dadurch sollten Unfälle verhindert werden. „Das soll funktionieren. Die Brandenburger haben gute Erfahrungen damit“, sagt Matthias Puchta. In Mecklenburg-Vorpommern sei diese Methode nicht üblich. „Wir wenden hier andere Methoden an. Bei unseren Treibjagden stellen wir Warnschilder auf und begrenzen gegebenenfalls auch die Geschwindigkeit.“ Warnschilder hatten die Nachbarn zusätzlich zu den Lappen auch.

Neu sei die Lappenmethode nicht. „Früher gab es die sogenannte Lappenjagd. Da wurden Waldgebiete mit Lappenketten eingezäunt. Das Wild sah die Lappen als Hindernis an, blieb innerhalb der Begrenzung und wurde dort erlegt.“ Heute sei die Lappjagd verboten. „Das war nicht waidgerecht“, sagt Matthias Puchta.