Unsere Themenseiten

:

Die Arbeit scheint ein Jungbrunnen zu sein

Anita Rechlin mit ihrem Nachfolger Christian Eitner im Gespräch  FOTO: Anke Goetsch

Von unserer MitarbeiterinAnke GoetschAnita Rechlin hat 40 Jahre lang am Neustrelitzer Theater gewirkt und ist damit die dienstälteste ...

Von unserer Mitarbeiterin
Anke Goetsch

Anita Rechlin hat 40 Jahre lang am Neustrelitzer Theater gewirkt und ist damit die dienstälteste Mitarbeiterin.

Neustrelitz.„Mein Leben ist das Theater“, beschreibt Anita Rechlin ihre Liebe zu ihrem über 40-jährigem Wirken am Neustrelitzer Theater. Und irgendwie scheint diese Arbeit so etwas wie ein Jungbrunnen gewesen zu sein, denn heute feiert die agile Frau ihren 65. Geburtstag im Bootshaus am Zierker See mit Kollegen, mit denen sie all die Jahre sehr gerne zusammengearbeitet hat. Dabei ist sie inzwischen wohl eine der dienstältesten Mitarbeiter des Hauses.
Am 21. August 1972 hatte Anita Rechlin ihren ersten Arbeitstag am damaligen Friedrich-Wolf-Theater. Als gelernte Fachverkäuferin für Foto-Optik war sie genau die Richtige für die Fotoabteilung des Theaters, in der sie 18 Jahre lang wirkte. 1990 wechselte sie in den Servicebereich und betreut seitdem immer freundlich und mit viel Sachkenntnis die Besucher. Immer zuverlässig und immer einsatzbereit, so kennen sie ihre Kollegen. Sie arbeitet sehr gern mit Menschen zusammen, und obwohl sie nie selbst auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stand, braucht sie wie sie selbst sagt, ihr Publikum und die Öffentlichkeit. Ganz privat gehört ihre Vorliebe eher dem Musiktheater. Doch Anita Rechlin kann von sich behaupten, in ihren Dienstjahren wirklich jedes Stück gesehen zu haben. „Ich möchte unsere Gäste einfach sehr gut und fachkundig beraten und das geht nur, wenn ich genau Auskunft geben kann.“

Jede Aufführung soll „gut an den Gast“ kommen
Dabei ist es ihr Anspruch, die Besucher nur zu einem Theaterbesuch anzuregen und sie über Inhalte zu informieren und ihnen genug Freiraum bieten, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und so ist sie stets darum bemüht, jede Aufführung „gut an den Gast zu bringen“, auch wenn ihr vielleicht persönlich das eine oder andere Stück nicht ganz so gut gefallen hat.
Wie viele Aufführungen sie bisher gesehen hat, vermag sie kaum zu benennen, und auch auf ein Lieblingsstück oder eine besonders gute Inszenierung möchte sie sich nicht festlegen. Genau so gut wie das, was auf der Bühne passiert, kennt sie natürlich inzwischen auch die meisten Besucher, mit denen sie gerne und aufgeschlossen ins Gespräch kommt. Im Theaterservice in der Glambecker Straße verkauft sie seit langem nicht nur Karten für das eigene Haus oder die Konzertkirche, auch Tickets für verschiedene Aufführungen in Berlin oder Hamburg sind hier zu haben. Für ihre Aufgabenbereiche fand sie stets die hilfreiche Unterstützung durch ihre Familie.
In wenigen Tagen ist sie zwar offiziell Rentnerin, doch dem Neustrelitzer Publikum wird auch weiterhin die Treue halten. Ihre Arbeit weiß sie zwar bei Christian Eitner, der am Theater eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert hat, in guten Händen – doch ohne ihr Theater kann sie sich, wie sie sagt, ihr Leben gar nicht vorstellen. Als Aushilfe wird sie ihre Kollegen sowohl im Theaterservice als auch an der Abendkasse und natürlich bei den Schlossgartenfestspielen weiterhin unterstützen. Und ein wenig mehr Zeit möchte sie sich für die Gartenarbeit und für Reisen mit ihrem Mann nehmen und wünscht sich für die kommenden Jahre vor allem Gesundheit.

Kontakt zur Redaktion
red-neustrelitz@nordkurier.de