Elektroautos
Die E-Mobilität wächst auch in Neustrelitz

Öffentliche Ladesäulen gibt es in Neustrelitz. Das Netz verträgt aber noch einen Ausbau.  
Öffentliche Ladesäulen gibt es in Neustrelitz. Das Netz verträgt aber noch einen Ausbau.
Martina Schwenk

Die Zahl der Elektroautos steigt in Mecklenburg Vorpommern. Auch in Neustrelitz ist ein wachsender Trend zu beobachten, doch noch ist viel Luft nach oben.

Fahren unter Strom wird immer beliebter. Das meldet das Kompetenzzentrum E-Mobilität Mecklenburg-Vorpommern (Emevo), das am Leea Neustrelitz seinen Sitz hat. Demnach stieg zwischen 2017 und 2018 die Zahl der E-Autos um gut 60 Prozent. Trotz niedriger Zahlen im Vergleich zu anderen Technologien, ist ein klarer Trend Richtung Elektromobilität zu erkennen.

Auch im Landkreis Seenplatte wachse die Nachfrage an E-Autos, so Robert Grzesko, Projektleiter des Emevo. Das genaue Wachstum lasse sich aber nicht beziffern, da lange nur Zahlen aus den Bundesländern erhoben wurden. Laut Datenlage der Zulassungsbehörde vom 1. Januar 2018 waren im Bereich der Seenplatte 55 E-Autos und 611 Hybridfahrzeuge gemeldet. Nach Zahlen des Landkreises von Anfang 2019 sind inzwischen etwas mehr als 100 Elektrofahrzeuge und 530 Hybride unterwegs. „Der Trend ist spürbar, doch die Entwicklung hängt auch stark von den Autoherstellern ab“, sagt Grzesko.

Ladestationen fehlen noch

Frank Schmetzke, Geschäftsführer der Stadtwerke Neustrelitz, sieht noch etliche Hürden auf dem Siegeszug der Elektroautos. Zum einen müssten die politischen Rahmenbedingungen geändert werden, um Autofahrer vom strombetriebenen Fahren zu überzeugen. Zum anderen gibt es weiterhin technische Feinheiten, wie Akkuleistung und Reichweite, die verbessert werden müssen.

Was manchen potenziellen Käufer noch abschreckt, sind unter anderem fehlende Ladestationen. Denn auch Elektroautos müssen betankt, oder besser aufgeladen werden. In Neustrelitz existieren vier Ladestationen, die von den Stadtwerken betrieben werden. Vor dem Leea wurde zudem eine Schnellladestation errichtet. „Wir erhalten im Leea immer mehr Anfragen nach privaten Stationen“, berichtet Grzesko. Unter private Ladestationen fallen ebenfalls jene, die von Unternehmen auf ihrem Gelände aufgestellt wurden. Dazu gehören in Neustrelitz auch jene am Bootshaus im Hafen und am Parkhotel.

„Das Angebot hat sich verbessert, ist aber noch ausbaufähig“, sagt Grzesko. Derweil wird das bestehende Angebot gut genutzt. In den letzten Monaten und Jahren haben immer mehr Menschen die Ladestationen genutzt, berichtet Frank Schmetzke, Tendenz steigend. „Bis dahin werden vermutlich weitere Anbieter auf den Zug aufspringen“, sagt er.

Für die Vermieter ein Thema

Auch für die großen Vermieter wird Elektromobilität zunehmend ein Thema. Seitens der Neustrelitzer Wohnungsbaugesellschaft (Neuwo) ist man in dieser Hinsicht bereits offen. „Bei Bedarf können Anwohner Anträge auf Ladestationen stellen“, sagt Geschäftsführer Falko Herschel. Allerdings seien bisher kaum Anträge eingegangen. Eher gefragt sind kleine Ladestationen für elektrische Scooter, von denen die Neuwo bereits sechs übergeben hat. Eine siebte folgt in den nächsten Tagen.

Bei der Modernen Wohnungsbaugenossenschaft (MWG) steht man dem noch etwas unsicher gegenüber. „Wir halten die Augen offen und sehen uns die Konzepte in großen Städten an“, sagt Diana Grams, Geschäftsführender Vorstand der MWG.

Die Frage, wie es mit E-Autos weitergeht, beschäftigt auch die Autohäuser. Das Autohaus Schade in Neustrelitz wird seinen Kunden auch bald elektrisch betriebene Fahrzeuge anbieten. „Wir glauben, dass es bei den Kunden gut angenommen werden wird“, sagt Inhaber Volker Schade.

Das Autohaus Kuhn bietet bereits seit fünf Jahren E-Fahrzeuge an. Ein wachsendes Interesse kann Inhaber Udo Kuhn nicht beobachten. „Im nächsten Jahr kommen mehrere neue Modelle raus, dann wird die Nachfrage vermutlich wieder wachsen“, sagt er. Über eine Ladestation verfügt das Autohaus schon länger.