Die roten Schuhe sind schon aufgefallen: Heike Grischka ist die neue Gleichstellungsbeauftragte in der Feldberger Seenlandscha
Die roten Schuhe sind schon aufgefallen: Heike Grischka ist die neue Gleichstellungsbeauftragte in der Feldberger Seenlandschaft. privat
Feldberger Seenlandschaft

Die Gleichstellungsbeauftragte mit den roten Schuhen

Heike Grischka ist die Gleichstellungsbeauftragte der Feldberger Seenlandschaft. Doch das soll nicht ihr einziges Ehrenamt bleiben, sagt sie.
Feldberg

Ihre roten Schuhe sind gleich aufgefallen. „Sie sind doch die neue Gleichstellungsbeauftragt, sie hatten doch neulich bei der Feuerwehr rote Schuhe an?“, hat kürzlich eine Frau zu Heike Grischka gesagt. Die Neu-Dolgenerin musste schmunzeln und hat es dann bestätigt. „Ja, ich bin die Neue!“ Auffallen wolle sie aber bestimmt nicht, dennoch besitzt die Sache mit den Schuhen und den damit auch verbundenen Fußspuren eine gewisse Symbolik. Denn Heike Grischkas Vorgängerin als Gleichstellungsbeauftragte in der Feldberger Seenlandschaft (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), Diana Nichtern, hat durchaus Spuren hinterlassen. An denen möchte sich Heike Grischka orientieren. Aber sie setzt auch auf ihre eigenen Spuren. Doch dazu später.

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Seit einem Jahr in Dolgen

Heike Grischka lebt erst seit einem Jahr in Dolgen. Der Wunsch nach einem eigenen Häuschen brachte sie in die Feldberger Seenlandschaft. Zuvor hat sie mit ihrem Lebensgefährten vier Jahre in Templin gelebt. Groß geworden ist Heike Grischka im Ruhrgebiet, im Spagat zwischen Hagen und Wuppertal. Doch die Betriebsamkeit des dicht besiedelten Ballungsraumes war für sie und ihren Lebensgefährten nicht auf Dauer die Erfüllung. So verschlug es beide zunächst in die Uckermark nach Templin.

Neubürger-Stammtisch hilft beim Ankommen

Als das dort gemietete Haus nicht mehr zur Verfügung stand, suchte das Paar nach einer bezahlbaren Immobilie. Dass nach der Uckermark jetzt die Feldberger Seenlandschaft zur neuen Heimat geworden ist, findet Heike Grischka landschaftlich mindestens ebenso reizvoll. Und sie fügt hinzu: „Wir wollten ganz bewusst aufs Dorf, einen Ort finden, in dem Gemeinschaft gelebt wird und sich die Menschen untereinander kennen“.

In Dolgen fühlt sie sich mit ihrem Lebensgefährten gut aufgenommen, es ist ein gutes Ankommen, befindet sie. Daran habe auch das Welcome Center des Landkreises einen nicht unerheblichen Anteil. Bei einem Neubürgerstammtisch gab es ein herzliches Willkommen in der Seenplatte. „Das hat uns bestärkt in unserer Entscheidung für unseren Lebensort“, bekennt Heike Grischka.

Sie trainiert Führungs- und Fachkräfte

Die 53-Jährige ist beruflich im Coaching- und Trainer-Bereich unterwegs. Sie trainiert Führungs- und Fachkräfte. Dies schon länger. Ihre Kunden kommen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und aus Luxemburg. Für die Seminare ist sie regelmäßig in der alten Heimat unterwegs. Es ist eine kompakte Arbeit, die ihr auch Zeit für das Einleben im neuen Zuhause gibt.

Und die ihr Freiräume schafft für eine ehrenamtliche Tätigkeit, von der sie als examinierte Krankenschwester ganz genaue Vorstellungen besitzt. Den Wünsche-Wagen des Arbeiter-Samariter-Bundes zu begleiten, ist eine Idee. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, in dem schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase noch einmal an Orte ihrer Wahl gelangen können. Diese Menschen zu begleiten, das möchte Heike Grischka.

Vorgängerin hat Maßstäbe gesetzt

Dann möchte sie sich in der Notfallseelsorge engagieren, erste Kontakte zu Rita Tiedt aus Userin, die schon lange in dem Metier unterwegs ist, gab es bereits. Auch Schulungen sind geplant. Aber Corona hat dies bislang ausgebremst. Und dann geht es um das Ehrenamt der Gleichstellungsbeauftragten in der Feldberger Seenlandschaft. Hier hat Vorgängerin Diana Nichtern Maßstäbe gesetzt, die auch Heike Grischka wichtig sind. Sie möchte sich gern gut vernetzen, sie möchte den Menschen Angebote zur Kommunikation machen. Alt und Jung zusammenführen – beispielsweise. „Ältere Menschen haben soviel Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben, dafür möchte ich Gelegenheiten schaffen“, sagt die neue Gleichstellungsbeauftragte. Und dann treibt sie die Idee einer langen Tafel um. Menschen treffen sich im Dorf, sitzen an einem langen Tisch, essen und trinken und kommen dabei ins Gespräch. So eine Tafel stellt sie sich zunächst für Dolgen vor, vielleicht auch für andere Orte. Zu tun gibt es sicher noch mehr. Sich darauf einzulassen, dafür möchte sie sich Zeit nehmen.

Es geht um frauenspezifische Belange

Zu den Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten gehört es nach der offiziellen Lesart, Verwaltungsvorlagen auf ihre Auswirkungen für die Gleichstellung von Männern und Frauen zu prüfen, Initiativen zur Verbesserung der Situation der Frauen in der Gemeinde zu entwickeln und auch mit Institutionen, Betrieben und Behörden zusammenzuarbeiten, wenn es um frauenspezifische Belange geht. Laut Kommunalverfassung Mecklenburg-Vorpommerns muss in hauptamtlich verwalteten Gemeinden eine Gleichstellungsbeauftragte bestellt werden, die in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern ehrenamtlich tätig sein kann.

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