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Die Havel braucht jetzt viel Pflege

Die Havel bei Blankenförde. Schilfgürtel säumen die Ufer, manche Stellen sind bebaut. Jetzt soll das Teilstück renaturiert werden.
Die Havel bei Blankenförde. Schilfgürtel säumen die Ufer, manche Stellen sind bebaut. Jetzt soll das Teilstück renaturiert werden.
Susanne Böhm

Ein Teilstück des Flusses wird renaturiert, damit sich Pflanzen und Tiere an der Seenplatte noch wohler fühlen. Auch Wasserwanderern wird etwas fürs Auge geboten. Allerdings müssen Urlauber dafür zunächst ein paar Störungen in Kauf nehmen.

Ein mehr als zwei Kilometer langer Abschnitt der Havel zwischen Blankenförde und Kakeldütt soll renaturiert werden. Mirows Stadtvertreter ließen sich unlängst die Pläne des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) vorstellen. Bearbeitet werden soll demnach das Teilstück zwischen dem Jäthensee und dem Görtowsee. Nach Einschätzung des vom StALU beauftragten Ingenieurbüros Ellmann Schulze GbR aus Sieversdorf in Brandenburg ist der Fluss in dem Bereich starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, weil Gehölze am Ufer fehlen.

Ausgedehnte Schilfgürtel dominieren das Bild. In Blankenförde und Kakeldütt sind die Ufer zum Teil mit Boots- und Ferienhäusern bebaut. Unterhalb von Blankenförde werden zwei ausgedehnte Poldergebiete als Grünland genutzt. Das gesamte Gebiet sei strukturarm und biete Tieren und Pflanzen wenig Lebensraum, heißt es in dem Gutachten des Ingenieurbüros. Die Aue sei entwässert und die ursprünglichen Erlen-Eschen-Wälder und Weidenbestände seien teilweise verloren gegangen.

Totholz, das vielen Arten Lebensraum bietet, fehle fast völlig. Nun solle der Fluss aufgewertet werden, indem die Ufervegetation verbessert wird und Tothölzer in den Gewässerverlauf eingebracht werden.Erlenreihen sollen zudem gepflegt und weitere Bäume und Sträucher am Südufer gepflanzt werden.

Mirows Stadtvertreter beschlossen, dass die Arbeiten nach Möglichkeit außerhalb der Urlaubssaison durchgeführt werden müssen, um den Wassertourismus nicht zu behindern. Die Havel ist bei Wasserwanderern sehr beliebt. Auch Berufs- und Sportfischer nutzen den Fluss.