NEUWO ERHÖHT MIETEN

Wohnen in Neustrelitz wird teurer

Wohnen in der Neustrelitz wird ab dem kommenden Jahr teils deutlich teurer. Die städtische Tochtergesellschaft Neuwo dreht an der Mietpreis-Schraube.
Wohnen in der Neustrelitzer Innenstadt kann schön sein. Aber es wird auch gerade teurer, die Neuwo erhöht die Mieten
Wohnen in der Neustrelitzer Innenstadt kann schön sein. Aber es wird auch gerade teurer, die Neuwo erhöht die Mieten für ein Großteil ihrer Innenstadt-Wohnungen. Marlies Steffen
Neustrelitz ·

In Corona-Zeiten und kurz vor Weihnachten wünscht man sich eigentlich gute Nachrichten. Und nicht das: Wohnen in der Neustrelitzer Innenstadt wird ab dem kommenden Jahr teils deutlich teurer – zumindest, was die Mehrzahl der Wohnungen der städtischen Tochtergesellschaft Neuwo betrifft. Wie Geschäftsführer Uwe Engelmann dem Nordkurier auf Nachfrage bestätigte, werden die Mieten für rund 300 Wohnungen angehoben.

Finanzierung für Carolinenstift erledigt

Die Neuwo verfügt eigenen Angaben zufolge in der Innenstadt über 380 Wohnungen, davon allein 45 im sanierten Krankenhaus – dem Carolinenstift. Dort belaufen sich die Kaltmieten Nordkurier-Informationen zufolge auf 7,50 Euro je Quadratmeter. Zudem liegt wegen der in das Objekt geflossenen Fördermittel eine Mietpreisbindung auf der Immobilie. Die jetzt angekündigten Mieterhöhungen hätten mit dem Carolinenstift auch nichts zu tun, sagte Uwe Engelmann mit dem Blick auf entsprechende Gerüchte in der Stadt. Die Finanzierung für das Carolinenstift sei durch. Die Neuwo befindet sich auch nicht in einer wirtschaftlich problematischen Situation. Die Mieterhöhungen seien bereits im vergangenen Jahr geplant gewesen, allerdings aufgrund von Problemen mit der Umstellung der Software nicht umgesetzt worden.

Der Aufsichtsrat der Neuwo – das zuständige Gremium der Stadtvertretung – sei wegen der Mieterhöhungen nicht hinzugezogen worden. „Das müssen wir auch nicht tun“, sagte Uwe Engelmann. Der Bürgermeister sei allerdings informiert gewesen. Die Neuwo strebt in der Innenstadt eine durchschnittliche Kaltmiete von mindestens 6,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche an. „Wie bei jedem Durchschnitt gibt es eine entsprechende Anzahl von Wohnungen, die derzeit preislich darüber beziehungsweise unter diesem Zielwert liegen“, so Engelmann.

Für drei Jahre gültig

Die Mieten seien vor allem in Wohnungen erhöht worden, in denen die Mieter schon länger wohnen würden und in denen entsprechend lange keine Mietanpassung vorgenommen worden sei. Teils habe die Wohnungsgesellschaft dabei das gesetzlich mögliche Limit von 20 Prozent Erhöhung ausgeschöpft. Die Mieten hätten in diesen Wohnungen teils deutlich unter fünf Euro je Quadratmeter gelegen. Die jetzt vorgenommene Anpassung der Mieten sei für einen Zeitraum von drei Jahren gültig, verdeutlichte Geschäftsführer Uwe Engelmann.

Wohnen in der Neustrelitzer Innenstadt ist anhaltend gefragt. Derzeit saniert die Neuwo beispielsweise ein Mehrfamilienhaus in der Friedrich-Wilhelm-Straße.

Neustrelitz hat keinen Mietspiegel

Die Mieten der Neuwo dürften allerdings längst nicht die höchsten im historischen Stadtkern sein. Nordkurier-Informationen zufolge sind inzwischen auch Mieten um die 8 Euro und darüber pro Quadratmeter üblich. Kritiker von Mieterhöhungen sehen in diesen auch die Gefahr der Verdrängung in andere Teile der Stadt. Nur wer sich teurere Wohnungen noch leisten kann, lebt auch in der Innenstadt. Diese Befürchtung teilt Uwe Engelmann hinsichtlich der Neuwo-Wohnungen allerdings nicht, wie er deutlich machte.

Informationen der Stadt Neustrelitz zufolge befinden sich im Sanierungsgebiet Innenstadt rund 3650 Wohnungen. In Neustrelitz gibt es keinen Mietspiegel als vergleichendes Instrument. Mit diesem Thema befasste sich die Stadtvertretung zuletzt im Jahr 2008 auf Antrag eines damaligen Stadtvertreters. Das Thema wurde beraten, aber letztlich in den politischen Gremien nicht befürwortet, so Rathaussprecherin Petra Ludewig. Ein Mietspiegel ist nicht verpflichtend für eine Kommune. Die Spiegel sind wegen des damit verbundenen Aufwands für Mieterverbände, Vermieter und Kommunen auch umstritten, hieß es aus dem Rathaus.

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