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Die Sünden von Wanzka werden bald weggeputzt

An der  Klosterkirche Wanzka nagt nicht nur der Zahn der Zeit. Die Baufehler der Vorfahren machen dem Gebäude viel mehr zu schaffen. Zu lange  wurde dieses bedeutsame Denkmal von allen Seiten gründlich vernachlässigt.

Die Klosterkirche in Wanzka hat riesige Ausmaße. Jetzt soll sie saniert werden.
h.sommer Die Klosterkirche in Wanzka hat riesige Ausmaße. Jetzt soll sie saniert werden.

Hier war mal der Nabel der Welt – zumindest das politische und wirtschaftliche Zentrum, von dem aus die Besiedlung Süd-Ostmecklenburgs maßgeblich seinen Lauf nahm. Seine überregionale Bedeutung hat der Ort lange verloren. Lediglich die für das kleine Dorf riesige Kirche lässt noch erahnen, welcher Wohlstand in Wanzka einst herrschte. Um so verwunderlicher, dass der imposante Sakralbau auf der europäischen Route der Backsteingotik zumeist links liegen gelassen wird. Das soll sich nun ändern.

„Die historische Bedeutung dieser Klosterkirche soll wieder mehr ins Bewusstsein gerückt werden“, sagt Architekt Jens Bergmann, der im Auftrag der Kirchenkreisverwaltung Stargard die ersten Schritte zur Sanierung in die Wege leitet. Dass das Unterfangen kein Spaziergang wird, dürfte allen Beteiligten klar sein. Die Klosterkirche Wanzka ist eine der letzten, die im Kirchenkreis saniert werden müssen.

Schutt musste raus

In den vergangenen Wochen wurde das Dach entrümpelt. Vier Container Schutt hat eine Neustrelitzer Baufirma runtergeholt. „Das Dach wurde schon mehrmals umgedeckt. Der Schutt blieb üblicherweise auf dem Dachboden in den Traufen liegen und hat sich über die Jahre mit Wasser vollgesogen“, erklärt Jens Bergmann diese erste Sicherungsmaßnahme.

Der Architekt kann sich nun einen ersten Überblick zu den Schäden am Gebäude verschaffen. „Das wird teuer“, so sein erstes Fazit. Bausünden der Vergangenheit sind maßgeblich an dem Verschleiß beteiligt. „Im 19. Jahrhundert war es üblich, die Dachbalken am Gesims zu  ummauern. Da sind die Balkenköpfe jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit alle  durchgefault“, schätzt Bergmann ein. Und richtig. Mit der Taschenlampe weist er auf  Schadstellen. Der Architekt hat in den vergangenen 16 Jahren die Sanierung etlicher Kirchen im Land geplant und betreut. Er weiß, dass es noch mindestens zwei Jahre dauern wird, bis in Wanzka der erste Handschlag erfolgen kann. „Da müssen mehrere Fördertöpfe aufgetan werden, das braucht seine Zeit.“  In der kommenden Woche wird per Laserscan die gesamte Kirche digital erfasst. „Es gibt von dem Gebäude  keine Baupläne, keine brauchbaren Zeichnungen“, sagt  Bergmann.